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Deutschlandweit steigen zu Halloween "GenZ"-Proteste

© APA/dpa
Deutsche Polizei ist für das Wochenende gerüstet

In Deutschland finden zu Halloween "GenZ"-Proteste für bessere Bildung und ein bezahlbares Leben statt. Die Gruppierung "Gen Z regelt" plant in rund 30 Städten Demonstrationen, bei denen junge Menschen für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht auf die Straße gehen wollen. Dabei lehnt "Gen Z regelt" Gewalt ausdrücklich ab. Bei Protesten in Frankreich und anderen europäischen Ländern war es zu gewaltsamen Krawallen gekommen.

Die deutschen Sicherheitsbehörden warnten unterdessen vor einer Unterwanderung durch extremistische Kräfte. Außerdem gibt es Kritik an der intransparenten Organisation. Auch die österreichische Exekutive ist für Halloween gewappnet. Das sagten ÖVP-Innenminister Gerhard Karner und der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl bei einem Pressegespräch am Mittwoch.

Befeuert von Bildern von den jüngsten Krawallen in europäischen Großstädten gebe es auch hierzulande auf Social Media Aufrufe zu Ausschreitungen. "Wir haben das unter polizeilicher Beobachtung", versicherte der Innenminister, der betonte, dass die Exekutive "gut vorbereitet" sei und im Bedarfsfall "konsequent einschreiten" werde.

In Wien werde die Polizei "rund um Halloween mit mehreren hundert Polizistinnen und Polizisten im gesamten Stadtgebiet im Einsatz stehen", hieß es Donnerstagabend seitens der Landespolizeidirektion zur APA. Die Einsatzkräfte würden sowohl uniformiert als auch in Zivil unterwegs sein und insbesondere an stark frequentierten Örtlichkeiten verstärkt Präsenz zeigen. Außerdem würden Entwicklungen in sozialen Medien beobachtet.

Verschiedene deutsche Wirtschaftsverbände warnten im Vorfeld in einem Brief an Innenminister Alexander Dobrindt vor negativen Auswirkungen auf Innenstädte und den Einzelhandel. Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge zeigen die Deutschen überwiegend Verständnis für die Proteste. 54 Prozent der Befragten halten sie für eher oder sogar voll gerechtfertigt. Ablehnend äußerten sich 28 Prozent der Befragten. 18 Prozent antworteten nicht oder mit "weiß nicht".

Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) geht aktuell nicht davon aus, dass die für Samstag angekündigten Jugendproteste in Deutschland so gewalttätig verlaufen wie in Frankreich. Das BKA betonte außerdem, dass sich Mobilisierungsaufrufe in sozialen Medien von den gewaltsamen Ausschreitungen im Ausland distanzieren.

Neben dem Protesttag der Initiative "Gen Z regelt" wollen in Deutschland weitere Gruppen eigene Aktionen für Anliegen junger Menschen starten - teilweise in Abgrenzung zu "Gen Z regelt". So hat die deutsche Bundesschülerkonferenz für den 20. November eine eigene Demonstration in der deutschen Hauptstadt Berlin angekündigt. Die Gruppe "Neue Generation" will am Freitag mit mehrtägigen Protesten gegen die Klimapolitik der deutschen Bundesregierung beginnen, die bis Mittwoch dauern sollen.