Neuer Jugendtreff in Leibnitz: OJAS öffnet seine Türen
Nach dem Aus des Jugendzentrums Wave bekommt Leibnitz nun wieder einen Jugendtreff. Die Jugendlichen haben bei der Gestaltung selbst mit angepackt.

Stundenlang wurde hart gearbeitet: Zuerst klebten sie die Wände ab, dann wurden sie strahlend weiß bemalt. Danach wurde angepackt, Tisch, Couch und Regale fanden endlich ihren zukünftigen Platz. Zahlreiche Hände griffen zusammen, um die Kadagasse 5 umzugestalten. Mittendrin: Einige Jugendliche, die hier künftig ihre Freizeit verbringen, Freunde treffen und einfach zusammen sein wollen. Am 14. November öffnet der Verein Offene Jugendarbeit Südweststeiermark (OJAS) seine Türen.
Dahinter stehen Martha Ortner und Max Pratter, die jahrelang im Jugendzentrum Wave als Betreuer tätig waren. Nachdem dieses nach 14 Jahren auf Beschluss der neuen Gemeinderatskoalition Ende letzten Jahres geschlossen wurde, gründeten sie den Verein. Eine Nachmietung des früheren Standorts in der Klostergasse und die Übernahme des Inventars wurden seitens der Gemeinde abgelehnt. Nach langer Suche fand man im April schließlich den neuen Standort. „Es war ein hartes Jahr, aber endlich haben wir es geschafft“, sagt Ortner.

Neustart nach dem Wave-Aus
Seitdem ist bereits einiges entstanden: Auf rund 120 Quadratmetern gibt es nun eine neue Küche, einen Gemeinschaftsraum mit großem Esstisch, ein Besprechungszimmer für vertrauliche Gespräche, einen gemütlichen Gemeinschaftsraum und einen Multifunktionsraum für Gruppenaktivitäten oder Vorträge. Auch die Sanitäranlagen wurden erneuert. Noch ist nicht alles fertig. „Es ist ein Work-in-Progress“, sagt Ortner. Die Jugendlichen sollen mitentscheiden, wie die Räume genutzt werden. „Einige wollten einen Gaming-Bereich, andere eher Rückzugsorte. Wir wollen schauen, dass viele Wünsche respektiert werden“, erklärt Pratter. Der Fernseher wird noch montiert – eine Spielkonsole soll auch dazukommen, ebenso ein Tischtennis- und Tischfußballtisch.

Sanierung durch Spenden
Die Renovierung wurde durch Crowdfunding, Spendenaktionen und ein Benefizkonzert im Grottenhof ermöglicht. Auch ehemalige Jugendliche des Wave beteiligten sich. „Sie haben sich damals im Jugendzentrum sehr wohlgefühlt – und stehen dahinter, dass es das auch in dieser Generation braucht“, sagt Pratter. Auch zahlreiche Sachspenden gingen ein.
Künftig wird der Betrieb der Vereinsräume ebenfalls über Spenden finanziert werden – etwa durch Beiträge von unterstützenden Vereinsmitgliedern. „Aber für einen Besuch bei uns braucht es keine Vereinsmitgliedschaft“, betont Ortner. Man arbeite weiter unter der Prämisse der offenen Jugendarbeit – der Besuch ist kostenlos.
Am 14. November können Interessierte die neuen Räume bei Speis und Trank kennenlernen, mit dem OJAS-Team ins Gespräch kommen – oder sich bei einem FIFA-Turnier auf der Spielkonsole beweisen. „Alle sollen den Raum so erfahren und erleben können, wie die Jugendlichen das dann auch tun. Alle sind willkommen, so wie sie eben sind“, sagt Ortner. Danach ist der Regelbetrieb zunächst auf einen Tag pro Woche beschränkt: Jeden Samstag soll der Treffpunkt geöffnet sein.