Grazer Ballonfahrer wehrt sich: „Völlig falsche Darstellung“
Die Landung eines Heißluftballons in Graz-Reininghaus, mitten im Siedlungsgebiet, sorgte für Wirbel. Gegenüber der Kleinen Zeitung rückt der Ballonfahrer die Schlagzeilen zurecht: „War nichts Verbotenes.“

Etliche Zeitungsberichte, unzählige Einträge sowie Kommentare im Internet und sogar eine Erwähnung in der ORF-Nachrichtensendung: Die Fahrt eines Heißluftballons knapp über den Dächern von Graz sorgte vor wenigen Tagen weiter über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus für Aufsehen – oder besser gesagt die spektakuläre Landung, scheinbar eingezwickt zwischen Häusern im Stadtteil Reininghaus. Jener Fahrer jedoch, der diesen Ballon steuerte, hätte auf diesen Wirbel liebend gern verzichtet – zumal er auf einer „völlig falschen Darstellung“ basiert, wie er nun gegenüber der Kleinen Zeitung betont.
„Da war nichts Ungewöhnliches und schon gar nichts illegal oder verboten“, betont der Ballonfahrer, der angesichts der Aufregung lieber anonym bleiben möchte (Name ist der Redaktion aber bekannt, Anm.). Seit dem Jahr 2007 steige er in einem Korb in die Luft, mehr als 1000 Fahrten habe er schon absolviert. „Gott sei Dank ist nie was passiert. Ich habe auch schon öfter echt geile Landungen mitten in Graz absolviert, da hat keiner darüber geredet. Und dieses Mal geht fast die Welt unter, nur weil es ein paar Leute mehr gesehen haben.“

Direkt unter mir ist ein Polizeiwagen gefahren und die Beamten haben begeistert fotografiert.
— Der Ballonfahrer
Was ihm besonders wichtig ist: Diese Landung, so spektakulär sie auch ausgesehen haben mag, sei weder in einem dramatischen Moment noch verbotenerweise passiert. Letzteres sei auch in Paragraph 10 Luftfahrtgesetz „klipp und klar“ so geregelt: Demnach sind „Freiluftballone“ unter anderem nicht an die verpflichtende Landung „auf Flugplätzen“ gebunden. „Das spielt es bei uns auch nicht, wir fliegen nicht vom Flughafen Graz zum Flughafen Wien. Sondern von einem Grundstück oder einer Wiese aus, die uns der Besitzer zur Verfügung stellt, zu einer freien Fläche als Ziel.“
Angemeldet
An besagtem Tag war das Ziel übrigens Hart bei Graz. „Aber da haben die Winde nicht mitgespielt, damit müssen wir immer rechnen und auch umgehen können.“ Daher wollte der Fahrer eigentlich in Wetzelsdorf landen, „da hab ich aber plötzlich Gegenwind vom Süden her bekommen.“ Also ging er mit Korb und Ballon in Reininghaus zu Boden – ganz ohne Dramatik, wie er betont. Die Fahrt sei auch bei der Flugsicherung „Austro Control“ angemeldet gewesen, „und ab einer Höhe von 2000 Fuß bist du auch mit dem Flughafen-Tower über Funk im Austausch“. Insofern habe er auch – anders als vielfach spekuliert – keine Anzeige oder eine Strafe bekommen. „Das wird auch nicht der Fall sein, weil eben nichts Verbotenes passiert ist. Im Gegenteil, direkt unter mir ist ein Polizeiwagen gefahren und die Beamten haben begeistert fotografiert.“