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Behounek: „Wenn wir nicht in der Scheißgasse sind, spielen wir ein 0:0“

WAC verlor beim Trainer-Comeback von Manfred Schmid in Hartberg mit 0:1. Das Tor fiel im Finish (85.) durch Schopp.

© APA
Denise Maryodnig
Redakteurin Sport

Im Fußball ist die Versuchung groß, nach einer Serie von Rückschlägen einiges infrage zu stellen. Neue Ideen, neue Hierarchien – als ließe sich verlorenes Vertrauen mit einem Handgriff ersetzen. Manfred Schmid wählt beim WAC einen anderen Zugang. Er wird nicht gleich alles über den Haufen werfen, sondern zunächst verstehen, zuhören, miteinander reden. Es sind oft nicht die großen taktischen Revolutionen, sondern die vermeintlich kleinen Dinge: Menschenführung und ein offenes Wort. Und Teamgeist ist weit mehr als ein Schlagwort für die Kabinenwand. Er zeigt sich gerade dann, wenn Zweifel lauter werden. Der 55-Jährige weiß, dass aus Spielern nicht automatisch ein Kollektiv wird. Dafür braucht es Vertrauen, Respekt und die Bereitschaft, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen – und sie auszuhalten. Kommunikation ist kein Beiwerk des Trainerjobs, sondern dessen Fundament.

Im Duell gegen Hartberg – in die Startelf rückten Raffael Behounek, Simon Piesinger, Sankara Karamoko und Donis Avdijaj – hat sich in Ansätzen gezeigt, worauf der Wiener Wert legt. Allerdings war in der Anfangsphase ein Abtasten angesagt. Der WAC stand tief, agierte gegen den Ball diszipliniert und fand mit Fortdauer ins Spiel – nur überzeugten die Steirer im Ballbesitz. Erst kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse: Zuerst brillierte WAC-Keeper Lior Gliklich nach Schuss von Hoffmann und kurz darauf waren es die Lavanttaler durch Giacomo Vrioni und Sky Schwarz mit guten Chancen.

Rettungstat von Wohlmuth

Kurz nach Wiederanpfiff war Feuer am Dach und erneut war es der WAC-Goalie, der mehrfach seine Qualitäten unter Beweis stellte. In der 58. Minute durfte sich Gliklich, dem der Ball durchgerutscht war, aber bei Fabian Wohlmuth bedanken, denn der 24-Jährige bewahrte ihn mit einer Rettungstat auf der Linie vor den Folgen. Noch dazu schnürten die Hausherren die Wolfsberger in die eigene Hälfte ein. Und während man bereits mit einem Punkt spekulierte, traf Schopp für die Hartberger im Finish zum 0:1 und holte sich die drei Punkte.

Für Dominik Fitz ist klar: „Defensiv war es ein Schritt nach vorne, nur müssen wir in der Offensive effizienter werden.“ Behounek kurz und knackig: „Wenn wir nicht in der Scheißgasse sind, spielen wir ein 0:0. Aber es soll im Moment noch nicht sein, aber die Art unseres Auftritts stimmt mich positiv.“ Und was meint der Coach? „In Hälfte zwei waren wir Passagier, aber es geht halt nicht alles von heute auf morgen. Ich bin Trainer und kein Magier und wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt für das aktuelle Liga-Schlusslicht allerdings nicht. Kommenden Dienstag (18.30 Uhr) wartet im ÖFB-Cup-Achtelfinale auswärts Zweitligist Hertha Wels.