Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Influenza: Impfstoffe kommen ab heute in die Steiermark

Groß war der Unmut, doch nun kommen die ersten Dosen des Grippe-Impfstoffs für alle zwischen 18 und 60 Jahren in die Steiermark. Unterdessen steigen die Krankenstandszahlen im Land weiter an.

© stock.adobe.com/Komsan_arcyto
Influenza: Impfstoffe kommen ab heute in die Steiermark 
Sonja Krause
Steiermark-Ressort, Schwerpunkt Gesundheit

Nach wochenlangen Lieferverzögerungen gibt es nun eine erste Entwarnung bei der Versorgung mit dem Influenza-Impfstoff Influvac: Die ersten 200.000 Dosen gehen ab heute in die Verteilung, auch Hausärzte und Impfstellen in der Steiermark sollen ab Dienstag die ersten Lieferungen bekommen. „Ich bin zuversichtlich, dass ab dieser Woche die Grippe-Impfungen nun auch bei der jüngeren Generation anlaufen werden“, sagt Michael Adomeit, Hausarzt in Birkfeld. Am besten wenden sich Impfwillige nun direkt an ihre Hausärztin, ihren Hausarzt oder an eine nahegelegene Impfstelle, um einen Termin zu vereinbaren und sicherzugehen, dass der Impfstoff bereits angekommen ist.

Lieferengpass durch Produktionsprobleme

Beim Gesundheitsamt Graz sagt Leiterin Eva Winter: „Uns wurde mitgeteilt, dass heute, Dienstag, die erste Lieferung kommt – wir hoffen, dass die Ankündigung hält.“ In den vergangenen Wochen gab es leider einige „Frustrationsmomente“, da Menschen für eine Grippe-Impfung kamen, aber noch kein Impfstoff vorrätig war.

Zum Hintergrund: Für unterschiedliche Alters- und Risikogruppen stehen eigene Impfstoffe zur Verfügung, zusätzlich wurden kurzfristig weitere Mengen beschafft. Für Kinder von zwei bis 18 Jahren sind rund 259.000 Dosen des nasalen Kinderimpfstoffs Fluenz besorgt worden, hier gab es keine Verzögerungen. Für Menschen ab 60 Jahren stehen rund 538.000 Dosen eines speziell für Ältere vorgesehenen Vakzins namens Fluad zur Verfügung. Auch dieses wurde durchgehend ausgeliefert und verabreicht. Zusätzlich wurden kurzfristig 100.000 Dosen Flucelvax organisiert. Diese werden seit 14. Oktober vor allem an Kinderärztinnen und Gynäkologen verteilt, um kleine Kinder, Schwangere und weitere Risikogruppen abzusichern.

Jetzt den Termin ausmachen

Die Lieferverzögerung gab es beim breit einsetzbaren Influvac: Dieser Impfstoff ist für die Gruppe der 18- bis 59-Jährigen vorgesehen, auch Babys unter zwei Jahren brauchen diesen Impfstoff. Davon sind für Österreich rund 868.000 Dosen vorgesehen. Nach den Verzögerungen kommen sie nun schrittweise in den Ordinationen an. Die Ursache ist ein Produktionsproblem beim Hersteller. „Wir sind über den Berg“, verkündete nun Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

Sobald die Ordinationen ihre Lieferungen erhalten haben, können wieder Termine dafür angeboten werden. „Jetzt geht es darum, die aufgeschobenen Lieferungen so rasch wie möglich abzuarbeiten. Wer auf seine Impfung gewartet hat, soll sie jetzt nachholen können“, so Königsberger-Ludwig.

Krankenstandszahlen steigen weiter an

Die Krankenstandszahlen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zeigen, dass die Krankheitsfälle in der Steiermark weiter ansteigen: Im Vergleich zur Woche davor waren in der Kalenderwoche 43 insgesamt 35.926 Menschen krankgeschrieben, eine Steigerung um etwa 700 Fälle. Hauptsächlich liegen Steirerinnen und Steirer mit grippalen Infekten darnieder, 8148 Betroffene sind es laut der ÖGK. Auch 54 Krankschreibungen aufgrund der echten Grippe wurden bereits gemeldet. Im Vergleich zur selben Woche im Vorjahr zeigt sich ein Rückgang: Vor einem Jahr lagen zu dieser Zeit mehr als 10.500 Menschen mit einem grippalen Infekt im Bett.

Der richtige Zeitpunkt für die Impfung

Der empfohlene Zeitpunkt für die Grippe-Impfung ist Ende Oktober, Anfang November: Damit sollte man noch rechtzeitig vor Beginn der Grippewelle geschützt sein und der Schutz hält über die ganze Saison. Impfexperte und Kinderfacharzt Hans Jürgen Dornbusch formuliert es so: „Wenn die Winterreifen aufs Auto kommen, sollte man sich gegen Influenza impfen lassen.“ 

Die Influenza-Impfung steht allen in Österreich lebenden Personen gratis zur Verfügung, die Impfstoffe sind direkt bei den impfenden Ärztinnen und Ärzten erhältlich. Auch in großen Unternehmen, bei öffentlichen Impfstellen und in Alters- und Pflegeheimen wird geimpft.

Mehr zur Grippe-Impfung