Hohe Treibstoffpreise sorgen für leere Regale in Süditalien
Ein Lkw-Streik legt Italien lahm: Proteste gefährden auch die Mozzarella-Produktion.

Mamma mia! Leere Supermarktregale in Süditalien, die Fastfoodkette McDonald's schließt Restaurants auf Sizilien, bei den Tankstellen bilden sich lange Schlangen und verderbliche Waren wie Fleisch, Obst und Frischmilch werden zunehmend knapp. Der Grund: anhaltende Proteste von Lkw-Fahrern und Landwirten, die zuletzt zu erheblichen Störungen der Lieferketten geführt haben. In mehreren Regionen kam es zu Straßenblockaden mit Lastwagen, in zahlreichen Häfen protestierten außerdem Fischer mit Sirenen gegen die hohen Dieselpreise und EU-Vorgaben.
Die Bürgermeister von Neapel und Bari, Gaetano Manfredi und Vito Leccese, warnten zudem vor einer weitgehenden Lähmung ihrer Städte und wachsenden Problemen bei der Müllentsorgung. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reagierte daraufhin mit einem härteren Vorgehen gegen Straßenblockaden und mit einem Maßnahmenpaket zur Stützung von Frächtern, Landwirten und Fischern. Das Kabinett verabschiedete ein entsprechendes Gesetzesdekret. Besonders gravierend könnten die Folgen für die Produktion des geschützten Büffelmozzarella aus der Region Kampanien sein. Die Büffelmilchbauern können ihre Milch, die innerhalb von 60 Stunden verarbeitet werden muss, nicht mehr zu den Käsereien transportieren. Die Einnahmeausfälle der Industrie belaufen sich Medienberichten zufolge auf rund drei Millionen Euro täglich.

Lkw-Proteste in Süditalien weiten sich aus
Die Proteste von Lkw-Fahrern gegen die hohen Treibstoffpreise in Süditalien weiten sich aus. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reagiert mit einem härteren Vorgehen gegen Straßenblockaden und mit einem Maßnahmenpaket zur Stützung von Frächtern, Landwirten und Fischern. Das Kabinett verabschiedete am Donnerstag ein entsprechendes Gesetzesdekret. Die Proteste gefährdeten auch die Produktion von Büffelmozzarella aus der Region Kampanien.
Vorgesehen sind unter anderem 60 Millionen Euro für die Landwirtschaft und zehn Millionen Euro für die Fischerei. Weitere 60 Millionen Euro sind als Hilfen für das Transportgewerbe zur Abfederung der stark gestiegenen Treibstoffpreise vorgesehen. Auch kleinere Frachtunternehmen sollen entlastet werden. Nach Angaben von Infrastruktur- und Verkehrsstaatssekretär Edoardo Rixi können Unternehmen mit älteren Lastwagen ihre Leasingzahlungen für sieben Monate aussetzen. Zudem sollen weitere Steuergutschriften die gestiegenen Kraftstoffkosten abfedern.