Nach Café-Übernahme durch den KAC: Fans und Spieler kritisieren Öffnungszeiten
Im August wurde bekannt, dass der EC KAC das Café „Timeout“ in der Sepp-Puschnig-Halle übernimmt. Neben den Getränkepreisen sorgen die Öffnungszeiten für Kritik.

Seit August bestreitet der EC KAC neue Wege abseits des Eises. Der Rekordmeister hat, wie berichtet, das Café „Timeout“ in der Sepp-Puschnig-Halle in Klagenfurt übernommen, das seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für Eishockey-Fans vor und nach dem Spiel ist. Der Klub holte für dessen Betrieb die „Kärnten aktiv Veranstaltungs- und Catering GmbH“ an Bord. Das Team rund um Martin Widrich verantwortet damit den gesamten Gastronomiebereich am Hallenareal (im Frankie’s, im Timeout und an den Gastronomieständen in der Heidi Horten-Arena).
Der Verein bezeichnete die Übernahme als Meilenstein, denn zukünftig profitiert dieser erstmals seit Jahren von den Gastronomieeinnahmen bei Heimspielen in der Heidi Horten-Arena. Das traf so ganz und gar nicht den Geschmack der Eishockey-Fans, denn der KAC zog die Getränkepreise kräftig an. Kostete ein Bier in der vergangenen Saison noch 5,20 Euro, müssen die Fans heuer 6,50 Euro hinlegen. Auch der Cola-Preis stieg von 4,70 Euro auf sechs Euro.
Doch nicht nur die neuen Getränkepreise sorgen für Wirbel, auch die Öffnungszeiten des „Timeouts“ stoßen vielen bitter auf. Denn das baulich vorerst unveränderte Lokal, das in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden soll, hat nur noch an Heimspieltagen der KAC-Kampfmannschaft geöffnet, jeweils ab zwei Stunden vor Spielbeginn. „Es ist eine Farce für alle Nachwuchs-, Amateur- und Hobbymannschaften, die in der Sepp-Puschnig-Halle trainieren und spielen“, bringt es ein Insider, der namentlich nicht genannt werden will, auf den Punkt.
Großes Fragezeichen hinter der Gastro bei den Spielen
„Die Gastronomie fehlt“, weiß auch die Obfrau des Vereins Tarco Wölfe, Andrea Kogler-Moschik. Das Team, das in dieser Saison in der AHC Division II Plus an der Meisterschaft teilnimmt, hat jeweils Montagabend wie auch freitags seine Eiszeit. Früher seien die Spieler nach dem Training noch im „Timeout“ zusammengesessen. Jetzt steht man dort vor verschlossenen Türen, montags hat sogar das „Frankies“ geschlossen und die Kabinen müssen 45 Minuten nach Trainingsende geräumt sein. Darunter würde das Gemeinschaftliche leiden. Ein großes Fragezeichen steht in dieser Saison auch hinter der Gastro bei den Heimspielen der Wölfe, fünf Stück an der Zahl. „Wir wissen nicht, ob es eine gibt“, so Andrea Kogler-Moschik.
Das Gemeinschaftliche geht leider durch die fehlende Gastronomie verloren.
— Andrea Kogler-Moschik, Obfrau Tarco Wölfe
Von den neuen Öffnungszeiten sind auch zahlreiche Nachwuchsmannschaften des KAC betroffen – allen voran die Allerkleinsten, die Bambinis, also Mädchen und Buben von drei bis fünf Jahren. Das Bambini-Training steht jeden Sonntag von 8.45 bis 9.45 Uhr am Programm. Die „Sepp Puschnig“-Halle zählt übrigens zu den kältesten Eishallen des Landes. „Bislang konnten wir uns im Café aufwärmen und sogar von dort aus zuschauen“, weiß ein Vater zu berichten. Jetzt gebe es nicht einmal einen Kaffee zu kaufen. Das „Frankie’s“ sperrt überhaupt erst um 11 Uhr auf.
Weder die Kärntner Messen noch der EC KAC fühlen sich für diese Situation verantwortlich. Martin Widrich zeigt sich aber kooperativ. Mittlerweile hat er in einen Automaten investiert. „Dort kann man sich Kaffee, Tee und Kakao für 1,50 Euro kaufen“, erklärt der Gastronom. „Bei Bedarf sperren wir das Lokal auch für Hobbymannschaften auf.“ Auch hätte man im „Timeout“ schon bei einem Spiel der AHL-Liga Zuschauer und Fans bedient. Angedacht sei auch das „Frankies“ am Sonntag eine Stunde früher zu öffnen.

Indes hat auch das Gasthaus Pumpe auf die neue Situation reagiert. „Wir haben jetzt an allen Spieltagen des KAC, außer sonntags, bis Mitternacht geöffnet“, erklärt „Pumpe“-Wirt Martin Filippitsch.