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Alt-Landeshauptmann will Kärntner Politikern das zweite Gehalt halbieren

In die aktuelle Debatte rund um Kärntner Landesschulden hat sich auch Gerhard Dörfler eingeschaltet. Die Politiker müssen jetzt dringend ein Signal setzen, lautet seine Empfehlung.

© Weichselbraun
Rund ein Drittel der Abgeordneten sind Bürgermeister, die meisten haben andere Zusatzeinkommen
Markus Sebestyen
Redakteur Bundesland Kärnten

Wie ein Vater, der seinen Kindern Milch und Brot gibt und dann ins Haubenlokal geht. So beschreibt Alt-Landeshauptmann Gerhard Dörfler die derzeitige politische Spar- und Schuldendebatte in Kärnten. 383 Millionen Euro hoch ist die prognostizierte Neuverschuldung für das kommende Jahr. Der Ärger über einen Vorschlag des Team Kärnten, eine Nulllohnrunde für Politiker auf zehn Jahre festzuschreiben, hat Dörfler zu einem Konter veranlasst. „Doppelt kassieren und Lohnnullrunden fordern ist Scheinheiligkeit pur“, sagt der Politpensionist über die beiden Einkommen von Parteichef Gerhard Köfer als Klubobmann und Bürgermeister von Spittal.

Zahlreiche Doppelbezüge

Wie sehr die Menschen sparen müssen, bekomme der 71-Jährige täglich mit. Die Politik müsse in dieser Situation ein deutliches Signal setzen, lautet Dörflers Zugang. Sein Vorschlag: Bei Doppelbezügen soll das zweite Gehalt halbiert werden. Ist man also Landtagsabgeordneter und zum Beispiel Bürgermeister, wie es viele der 36 Mandatere sind, würde der geringere Bezug gekürzt werden. „Sparen muss man vorleben. Die Politiker müssen das jetzt endlich ernst nehmen. Da nagt niemand am Hungertuch“, sagt Dörfler auch im Wissen darüber, dass die Entlastung des Gesamtbudgets durch diese Maßnahme so gering wäre, dass man sie kaum messen könnte. In Zeiten wie diesen sei auch ein Einschnitt bei der Parteienförderung, die in Kärnten bei rund elf Millionen Euro jährlich liegt, dringend nötig. „Mindestens um ein Drittel“, sagt Dörfler.

© Markus Traussnig
Alt-Landeshauptmann Gerhard Dörfler