Kabarettist Alexander Hechtl regt zum Lachen und Denken an
Der weststeirische Philosoph und Kabarettist nahm das Publikum im Regionalbüro Voitsberg auf eine humoristische Reise von der Mongolei bis nach Ligist mit.

Komisch, absurd und zum Nachdenken: So präsentiert sich das zweite Programm „Hacklerkabaregelung“ des Ligister Kabarettisten Alexander Hechtl. Der Gewinner des Publikumspreises beim Grazer Kleinkunstvogel im Jahr 2022 sorgte am Mittwoch bei Leserinnen und Lesern im Regionalbüro Voitsberg für Unterhaltung. Ganz am Anfang stand die Frage, was wir eigentlich tun, wenn wir mit unserer geplanten Arbeit fertig sind? Nicht ganz fertig war Hechtl am Beginn seines Auftritts, er musste noch eine kleine Liste an Aufträgen abarbeiten. Den Wert von Arbeit versteht man eben erst, wenn man selbst etwas geschafft hat, ist sich Hechtl sicher.
Gemeinsam begibt er sich mit dem Publikum auf eine Reise, von Kindern in der Mongolei, die Yak-Mist zum Heizen sammeln, bis hin zur glamourösen Welt der Sumoringer, die der Ligister mit Pumuckl-Socken und Sandalen auf seine eigene schräge Weise huldigt. Der weststeirische Philosoph, der naturgemäß nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Vor-, Mit- und Nachdenken anregt, weiß auch, wie er sein Publikum mit absurder Komik unterhält. „Schenkelklopfer gibt es bei mir heute einige, nämlich solche“, verspricht Hechtl in seinem Programm und klopft sich mit seinen Händen auf seine Oberschenkel. Nicht nur die Strubbelfrisur, auch Hechtls Humor erinnert dabei immer wieder an den Meister des Absurden, Helge Schneider.
Die Reise endet im Garten seines Onkels, über den Hechtl Einblick in seine Familie gibt. Etwa, wie man vor zwei Generationen damit umging, wenn jemand aus der Kirche ausgetreten ist. „Man ist gemeinsam nach Lourdes gepilgert und ist dort zur Erkenntis gekommen.“ Jener, dass man ab sofort nicht mehr miteinander spricht. Das hat sich aber auch wieder gelegt – als die betroffene Vorfahrin für ihre Hochzeit wieder in die Kirchengemeinschaft eingetreten ist. „Was tut man nicht alles für einen schönen Tag.“

Immer wieder animiert der Kabarettist das Publikum in Form von kurzen Gesangseinlagen wie bei einem Stadionkonzert zum Mitmachen. Um die Zuhörer dann wieder auf seine Gedankenreise zu locken, etwa auf eine bekannte Gartenbaumesse, wo sich Hechtl mit Töpfen, Samen, Erde und Dünger für eine eigene Tomatenzucht eindeckt. Die aber aufgrund von Krankheiten und widrigen Witterungsverhältnissen nur verhalten gedeiht – und wenn es eine gute Ernte gibt, hält die auch nur für wenige Wochen an. Was den Philosophen zu folgender Kenntnis bringt: Die Paradeiser zu kaufen und dann mit einem Schnürl auf Pflänzchen zu hängen, ist nicht nur wesentlich billiger, sondern funktioniert auch das ganze Jahr über.
Und einen Wunsch äußerte der Kabarettist während seines Auftritts, in dem er auch immer Wortspenden aus dem Publikum, das er erfolgreich zum Innehalten animierte, auch noch: „Einmal soll in der Zeitung stehen, beim Hechtl waren alle ruhig!“ Gesagt, getan. Die nächste Chance zum Lachen und Nachdenken gibt es am 18. Dezember im Theatercafé in Graz.