Brau Union legt Kärntner Lager zusammen: Neues Zentrum Ende 2027
Die Getränkelager in Villach und Klagenfurt sollen in einem Neubau im Logistik Center Austria Süd aufgehen. Der Konzern investiert mehr als 20 Millionen Euro.

Die Brau Union Österreich bündelt ihre Getränkelogistik in Kärnten an einem Standort. Am Mittwoch fiel im Logistik Center Austria Süd (LCA Süd) in Fürnitz der Startschuss für den Bau eines neuen Auslieferungslagers. Das Projekt kostet laut Unternehmen mehr als 20 Millionen Euro. Ende 2027 soll der Betrieb starten. Dann werden die bisherigen Verteilzentren in Villach und Klagenfurt aufgelassen und nach Fürnitz verlegt.
„Jetzt wird aus unserer Vision sichtbare Realität”, sagt Oliver Plieschnig, Regionaler Verkaufsdirektor der Brau Union für den Süden. Das neue Lager sei ein wichtiger Schritt, „um unsere Logistik in Kärnten langfristig effizient, sicher und zukunftsorientiert aufzustellen”.
„Keine Maßnahmen zum Personalabbau“
Auf dem rund 36.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen etwa 9000 Quadratmeter Hallenfläche, dazu Büros und Laderampen. An den beiden Standorten sind insgesamt etwa 150 Mitarbeitende beschäftigt. Der Großteil der Teams wird an den neuen Standort übersiedelt, kleinere lokale Teams wie zum Beispiel die Brauer und Teile des Verkaufsteams bleiben vor Ort (also in Villach bzw. Klagenfurt). „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine beschlossenen Maßnahmen zu einem Personalabbau“, so Sprecher Florian Zimmer auf Nachfrage der Kleinen Zeitung.
Von Fürnitz aus sollen künftig auch die Event Services der Brauerei für den Süden Österreichs abgewickelt werden. Kunden, die ihre Ware selbst abholen, bekommen einen eigenen Bereich. „Gleichzeitig schaffen wir moderne Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und stärken unsere Servicequalität für Kundinnen und Kunden in der Region”, so Plieschnig.

Als Vorteil für die Region nennt das Unternehmen vor allem den Verkehr: Weil die Logistik aus dem dicht bebauten Villacher Stadtgebiet abwandert, sollen dort weniger Lieferfahrzeuge unterwegs sein. Der neue Standort liegt zudem direkt am Verschiebebahnhof Villach/Fürnitz.
Neue Perspektiven für die Bahn
„Mit dem neuen Auslieferungslager investieren wir gezielt in eine leistungsfähige Infrastruktur im Kärntner Zentralraum, die unsere Lieferketten sicherer, effizienter und zukunftsfähiger macht”, sagt Christian Gejer, Transportleiter der Brau Union und verantwortlich für das Projekt. Die Nähe zum Verschiebebahnhof eröffne „neue Perspektiven für multimodale Transporte”. Derzeit würden Optionen zur Schiene zu verlagern geprüft, so Zimmer.

Gemeinde begrüßt die Ansiedlung
Finkensteins Bürgermeister Christian Poglitsch sieht in dem Projekt eine Stärkung von Fürnitz als Logistikstandort und zusätzliche Wertschöpfung für die Gemeinde. Auch der Landtagsabgeordnete Manuel Müller wertet die Investition als positives Signal für den Wirtschaftsstandort Kärnten.
Entwickelt wird das Lager gemeinsam mit dem österreichischen Projektentwickler GO ASSET Development, der auf Logistik- und Industrieimmobilien spezialisiert ist. Geschäftsführer Andreas Liebsch verweist auf die Anbindung an Straße und Schiene. Die Brau Union wird Mieterin des Lagers sein.