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Die Riegersburg fasziniert seit 888 Jahren die Steirerinnen und Steirer

Die Riegersburg wurde zum schönsten Platz der Steiermark 2026 gewählt. Seit der ersten Erwähnung 1138 bewegt die Festung. Historiker und Burgführer erklären, woher die Faszination kommt.

© KLZ
Die Riegersburg tritt am 26. Oktober bei „9 Plätze 9 Schätze“ gegen andere österreichische Sehenswürdigkeiten an
Jonas Rettenegger
Von   und Christina Fasching

„Jede Mauer hier atmet Geschichte“, bringt der Historiker Walter Iber die Faszination Riegersburg für sich auf den Punkt. Doch nicht nur der Autor von „Die Riegersburg – Eine Festung im Wandel der Zeit“ (2025) ist gefesselt von der südoststeirischen Wehranlage. Die Burgfans machten sie im Vorentscheid der ORF-Sendung „9 Plätze 9 Schätze“ zum heurigen schönsten Platz der Steiermark – am 26. Oktober will man im ORF-Hauptprogramm an den Erfolg österreichweit anknüpfen.

Seit mehr als 40 Jahren hat die Riegersburg jedenfalls bereits das Herz von Günther Maierhofer erobert. Der 54-jährige Jagerberger führt seit 20 Jahren Gäste zur und durch die Festung und bekommt daher sehr direkt mit, wie Menschen außerhalb der Steiermark das Wahrzeichen sehen und erleben: „Die meisten kommen von Norden von der Autobahn und sehen nur diesen kleinen Teil hoch oben am Felsen. Sie sind dann total überrascht von den wirklichen Ausmaßen der Anlage mit Weingarten, Burgmauer und Greifvogelwarte“, berichtet Maierhofer.

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Von Greifvogelwarte ....
Von Greifvogelwarte .... © Alexander Müller

Größte Burg der Steiermark

Mit sechs Toranlagen, mehr als drei Kilometer Wehrmauer und elf Basteien ist die Riegersburg die größte Burg der Steiermark. Doch nicht das Bauwerk an sich löste bei Maierhofer im Alter von acht Jahren die Faszination aus, sondern die Geschichten dahinter: „Sie machen so ein Bauwerk bis heute lebendig.“

© KLZ / Gerald Hirt
Günther Maierhofer ist seit 20 Jahren als Burgführer unterwegs

Und Geschichten hat die Festung einige zu erzählen: Von berühmten Adelsgeschlechtern, der Eroberung während der „Walseer Fehde“, dem großen Ausbau durch die Burgherrin Elisabeth von Galler („Gallerin“) oder der Steirischen Landesschau 1987 „Hexen und Zauberer“, die die Burg zum touristischen Hotspot machte. „Sie ist einfach auch eine historische Konstante in Region und Bundesland. Das beginnt mit dem mächtigen Basaltfelsen, der schon vor Jahrtausenden als Siedlungs- und Zufluchtsort diente. Ab dem 12. Jahrhundert bot die Riegersburg als Herrschaftszentrum Schutz und Orientierung“, erklärt Iber.

Riegersburg oft saniert und wiederaufgebaut

Heute ist sie vor allem Wahrzeichen und touristisches Aushängeschild für die (Südost-)Steiermark. Doch dass es einmal so sein würde, war nicht immer klar: Mehrfach stand die Riegersburg vor dem Verfall. „Die Gallerin hat es geschafft, die heruntergekommene Burg und Wirtschaft auf- und auszubauen – und das in einer reinen Männerwelt“, berichtet Maierhofer von einer der faszinierendsten Episoden in der Geschichte der Festung.

Ein weiteres Mal stand die Burg in den 1860er-Jahren an einem Scheideweg. Nachdem die Familie Liechtenstein die Riegersburg 1822 gekauft hatte – noch heute ist sie in Familienbesitz – kam Fürst Franz de Paula nach umfangreichen Berechnungen zu dem Schluss, dass sie unrentabel sei. Verkauf oder Umwandlung in ein behördlich genutztes Gebäude wurden überlegt. „Auch die Festung ganz abzutragen wurde überlegt. Schon damals protestierte das Denkmalamt und verwies auf ihre Wahrzeichen-Funktion für die Steiermark“, erzählt der Historiker Iber. Franz de Paula konnte umgestimmt werden und verschrieb sich mit seinen Nachkommen dem Erhalt der Burg.

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Walter Iber stellte im Mai 2025 mit der Familie Liechtenstein sein Buch „Die Riegersburg – Eine Festung im Wandel der Zeit“ vor
Walter Iber stellte im Mai 2025 mit der Familie Liechtenstein sein Buch „Die Riegersburg – Eine Festung im Wandel der Zeit“ vor © Manuela Schwarzl

Von der Festung zur Freizeitdestination

Die Familie Liechtenstein führte die Riegersburg also über die Jahre ihrer neuen Rolle als Freizeitdestination und historischem Monument zu. „Hier haben die Burgbesitzer eine gute Balance gefunden“, so Iber. Auch die unternehmerische Leistung sei dabei nicht zu gering zu schätzen, betont der am Fuße der Burg aufgewachsene Historiker: „Man sieht an anderen Burgen und Schlössern in der Region, wie schwer es ist, ein solches Bauwerk zu erhalten und dann auch noch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Ein Punkt, den auch Maierhofer betont: „So eine Burg gibt es in Österreich wahrscheinlich kein zweites Mal. Ihr Erhalt und dass sie öffentlich zugänglich ist, sind mir wichtig. So kann sich auch die Nachwelt noch an der Riegersburg erfreuen.“ Obwohl er beruflich schon hunderte Menschen durch die Festungsanlage geführt hat, findet er auch immer wieder Zeit alleine über das Areal zu streifen: „Das hat etwas ganz Besonderes, das ist mein Ritual. Denn auch wenn man schon tausendmal da war, findet man immer wieder etwas Neues.“