Reni Hofmüller schuf ein eigenes Kunstwerk nur für Leoben
Allroundkünstlerin Reni Hofmüller aus Graz schuf eine Skulptur für Leoben, die die Gewässer und die 26 „Stolpersteine“ der Stadt zum Gedenken an Opfer des Holocaust in Szene setzt.

Sie ist in der bildenden Kunst daheim, werkt aber auch als Musikerin, Komponistin, Performerin, Aktivistin und organisiert diverse Events und Veranstaltungen: Reni Hofmüller, geboren in Innsbruck und in Graz daheim, ist eine Allroundkünstlerin. Gar keine Frage. Nun stellt sie im Museumscenter Leoben aus.
Die Vernissage startet am Donnerstag, dem 22. Oktober, um 18 Uhr. Treffpunkt ist vor dem Hauptgebäude der Montanuniversität Leoben in der Franz Josef-Straße 18. Dann gibt es einen Rundgang zu den „Stolpersteinen“, die in Leoben zum Gedenken an Opfer des Holocaust verlegt wurden. Der Abschluss der Vernissage erfolgt dann im Kulturquartier Leoben.

Dort ist auch die Skulptur zu bestaunen, die Hofmüller speziell für Leoben geschaffen hat. „Sie ist ein Bild der Gewässer in Leoben wie der Mur oder dem Vordernbergerbach und beinhaltet zusätzlich Markierungen für alle 26 in Leoben verlegten Stolpersteine“, führt Hofmüller aus. Die „Resonating Sculpture XII – Verbindung, Die Anwesende“ wird das erste Mal öffentlich gezeigt.
Projekt der Steirischen Kulturinitiative
Die Skulptur entstand als Projekt der Steirischen Kulturinitiative in Zusammenarbeit mit der Stadt Leoben, dem Kulturquartier Leoben, der Montanuniversität Leoben und dem Verein für Gedenkkultur, der für die Verlegung der Stolpersteine zuständig ist. „Wir beschäftigen uns im Rahmen temporärer Kunstprojekte mit Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden“, so Hofmüller.

Stolpersteine seien dabei die „Anknüpfungspunkte“: „Diese weltweit verlegten Stolpersteine, initiiert von Gunter Demnig, erinnern im öffentlichen Raum an Menschen, die einst friedlich an diesen Orten gelebt haben“, so die Künstlerin.
Skulptur fungiert auch als Antenne
Hofmüller hat ihre Skulptur außerdem auch als funktionierende Antenne entworfen. „Ich werde zur Eröffnung im Kulturquartier ein Konzert mit den Interferenzen spielen, die nur diese besondere Antenne einfangen kann“, erläutert Hofmüller. So erschließe sie mit der Skulptur „elektropoetische Klangwelten“.
In Geräusche transformierte Strahlungsemissionen der natürlichen und der menschgemachten Welt, des Kosmos ebenso wie der technologischen Umgebung spielen eine Rolle: Hofmüller erzeugt bei ihrem Konzert Rauschen, Knacken, Zischen, Pfeifen, Vibrieren, Klirren, Klicken, Schwirren, Summen und Schwingen. Also irgendwie „alles dazwischen und außerhalb“.