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Familie am Kaiserschild in Bergnot: Rettung am frühen Morgen

Sechsköpfige Familie aus Deutschland konnte wegen Erschöpfung nicht mehr weiter. Starker Wind verhinderte zunächst einen Hubschraubereinsatz.

© Bergrettung Eisenerz
In den Morgenstunden wurde erneut versucht, die Familie mit dem Hubschrauber zu retten (Archivbild)

Seit dem späten Dienstagabend lief am Kaiserschild bei Eisenerz die Rettung einer sechsköpfigen Urlauberfamilie aus Deutschland. Die Eltern mit ihren vier Kindern im Alter zwischen sechs und 14 Jahren hatten um 21 Uhr einen Notruf abgesetzt, nachdem sie in eine Notlage geraten waren.

Die Familie, die im Alpinressort Quartier bezogen hatte, war am Dienstagvormittag zu der Wanderung auf das Kaiserschild aufgebrochen. Doch anscheinend hatten sie die anspruchsvolle Route unterschätzt. Gegen 21 Uhr befanden sie sich auf dem Rotriegel, einem Nachbargipfel, auf rund 1860 Meter Seehöhe. Wegen zunehmender Erschöpfung konnten die Urlauber nicht mehr weiter.

Ärztin der Bergrettung versorgte die Familie

Rund 20 Einsatzkräfte der Bergrettung Eisenerz und der Alpinpolizei Hochsteiermark machten sich daraufhin zu Fuß auf den Weg. Kurz vor Mitternacht erreichte ein erster Rettungstrupp die Familie. Die total erschöpften Deutschen wurden von einer Bergrettungsärztin medizinisch erstversorgt, Wärmepakete schützten sie vor der Kälte.

© Johanna Birnbaum
Nicht immer präsentiert sich das Kaiserschild so prächtig

Böiger Wind, das steile Gelände und der Zustand der Familie machten einen gesicherten Abstieg unmöglich, ein erster Versuch gegen Mitternacht wurde daher abgebrochen. Auch mehrere Landeversuche des Rettungshubschraubers scheiterten aufgrund der kräftigen Windböen. Daher mussten die Einsatzkräfte mit der Familie die ganze Nacht in Notzelten auf dem Berg verbringen.

Erneuter Rettungsversuch am Mittwochmorgen erfolgreich

Später wurde versucht, zu Fuß in Richtung Sandgrube abzusteigen, um bei Tageslicht und besseren Wetterbedingungen eine Rettung per Hubschrauber zu ermöglichen. Mittwochfrüh konnten die Urlauber schließlich mit mehreren Hubschraubern gerettet und ins Tal geflogen werden, hieß es gegen 8.30 Uhr von der Bergrettung Steiermark.

Zwei weitere Einsätze in der Dunkelheit

Auch im Bezirk Liezen war die Bergrettung gefordert: Im Gesäuse und auf der Planai hatten Wanderer in der Dunkelheit die Orientierung verloren. Beide konnten unverletzt gerettet werden. Mehr dazu hier.