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Wenn „Nächstenliebe“ keine leere Phrase ist

Die youngCaritas bemüht sich darum, dass sich auch junge Menschen sozial engagieren. Etwa am Donnerstag bei der Aktion „Kilo gegen Armut“.

© KLZ / Johannes Leitner / Caritas
Mario El Shamy (Workshops), Theresa Kranabetter (Projektkoordination) (v. r.) Sarah Lerchster (Projektkoordination) von der Young Caritas
Thomas Cik
Von   und Lajla Jakupović

Ob laufend für den guten Zweck oder mit einfachen Sachspenden – bei der youngCaritas zählt jeder Beitrag. Am 22. Oktober geht die Aktion „Kilo gegen Armut“ in die nächste Runde. Am Neuen Platz in Klagenfurt werden tagsüber Sachspenden entgegengenommen und anschließend an Bedürftige weitergegeben. „Wir möchten versteckte Armut bekämpfen und Familien unterstützen“, betont Sozialarbeiterin Theresa Kranabetter. Gemeinsam mit Sarah Lerchster und Mario El Shamy möchten sie soziales Engagement in der Gesellschaft fördern.

Das Trio der youngCaritas ist sich einig: Hinschauen statt Wegschauen lautet die Devise. „Hilfe muss gesellschaftsübergreifend sein“, ist Workshopleiter El Shamy überzeugt. An zahlreichen Schulen in ganz Kärnten hält er Workshops zu gesellschaftlich relevanten Themen und klärt Schüler sowie Lehrpersonen auf. Auch Sarah Lerchster versucht, mit verschiedenen Projekten an Schulen anzuknüpfen. „Unser Pfandraising soll dabei helfen, Pfand zu spenden, wo besonders viel davon anfällt“, erklärt die 32-Jährige. Wie erfolgreich das Engagement der youngCaritas sein kann, zeigte sich beim „LaufWunder“ im Mai, wo über 39.000 Euro gesammelt wurden. „Die Bereitschaft der Schüler und Kinder zu sehen war unfassbar“, erinnert sich Kranabetter.

Sinn motiviert die jungen Leute

Auch die Maturanten Mai Ferme und Dylan Stadler waren dabei. Gemeinsam mit Mitschülern nahmen sie als einzige Oberstufenklasse des BG/BRG Mössingerstraße teil und liefen für den guten Zweck. „Unser Klassenvorstand Martin Kumer hat uns motiviert, mitzumachen“, erzählt Ferme. Die beiden Schüler erinnern sich an einen heißen, wolkenlosen Tag, als sie in der Leopold-Wagner-Arena an den Start gingen. Trotz der Hitze gingen die Maturanten über ihre eigenen Grenzen hinaus. „Ich konnte nach drei Runden nicht mehr, mein Ansporn hat mich aber bis 15 getrieben“, erzählt Stadler. Auch Ferme übertraf sich selbst, denn aus geplanten 20 Runden wurden schließlich 25. „Dieser gewisse Sinn dahinter hat mich zu zehn Kilometern motiviert“, erklärt der 17-Jährige. Stets an ihrer Seite war ihr Klassenvorstand, der ebenfalls mitlief. „Er ist sehr engagiert und inspirierend“, betont Stadler.

© KLZ / Privat
8B des BG/BRG Mössingerstraße mit ihrem Klassenvorstand Martin Kumer.

Für die beiden Schüler sollte die Aktion unbedingt wiederholt werden. „Heutzutage fehlt es an Gemeinschaft, sowas verbindet“, sind sie überzeugt. Besonders beeindruckt waren sie davon, wie viele jüngere Kinder sich für den guten Zweck einsetzten. Das unterstreicht auch Kranabetter, denn genau solche Momente motivieren das Team. Die Aussage eines Kindes - „Ich laufe mit, weil ich denen helfen will, die selbst nicht können.“- beschreibt die Sozialarbeiterin als „herzerwärmend“. So versucht die youngCaritas, Jugendliche für soziales Engagement zu begeistern und langfristig etwas zu bewirken.

Auch am Donnerstag sind die beiden Schüler wieder dabei. „Durch solche Aktionen entsteht Großartiges“, ist sich Stadler sicher. Im vergangenen Jahr kamen bei der Aktion rund vier Tonnen an Spenden zusammen. An diesen Erfolg möchte die youngCaritas nun anknüpfen und blickt zuversichtlich auf weitere Projekte und zahlreiche helfende Hände.