Kaputter Lift am Pyramidenkogel kostet Gemeinde Hunderttausende Euro
Die regelmäßigen Probleme mit dem Lift am Pyramidenkogel schlagen sich in Keutschach finanziell nieder. Trotz Großinvestition und zweiwöchiger Sperre wird der Lift nicht erneuert.

Am Montagabend machte der Keutschacher Gemeinderat das, was er schon vor über zehn Monaten hätte machen müssen. Er beschloss ein Budget für das laufende Jahr und kann damit endlich ein neues Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr bestellen und ein ambitioniertes Straßenbauprogramm in Angriff nehmen. Trotz aller Kritik, die der parteilose Bürgermeister Gerhard Oleschko in den vergangenen Monaten zu hören bekam, wurde sein Budgetvoranschlag mit 18:1 Stimmen angenommen. Nur Dorothea Seebacher (GEL) war dagegen.
Die Zustimmung war Formsache. Auch, weil Keutschach finanziell gut dasteht. Hauptverantwortlich dafür ist der Pyramidenkogel, den bis zu 300.000 Menschen pro Jahr besuchen und der für Einnahmen in Millionenhöhe sorgt. Keutschachs Cashcow könnte der Gemeinde zusätzlich weiterhelfen, gäbe es die Probleme mit dem Lift nicht. Erst Ende September stand der Fahrstuhl mehrere Tage wieder still. Steht der Lift, müssen die Besucher 20 Prozent weniger für ihr Ticket bezahlen.
Stillstand sorgt für Verluste
Je länger der Lift steht, desto weniger fließt in die Gemeindekasse. In den vergangenen fünf Jahren gingen Keutschach somit über 500.000 Euro durch die Finger, sagte Gemeinderat Gottfried Holliber in der Sitzung. Seine Schätzung basiert auf Erhebungen des Kontrollausschusses, der die Umsatzverluste für das Jahr 2023 errechnete. Das Gremium zählte die verbilligten Tickets sowie einen aus dem Stillstand resultierenden Besucherrückgang zusammen und alleine in jenem Jahr auf einen Verlust von 366.000 Euro.
Das Erlebnis am Turm macht die Stiege aus.
— Gerhard Oleschko, Bürgermeister
Zahlen, die Oleschko so nicht bestätigen möchte. Sowieso grenze die Lift-Diskussion aus seiner Sicht an „pure Dummheit“, sagt er. Denn das Erlebnis des Turms „macht die Stiege aus“. Diese zählt stolze 441 Stufen und bedeutet auch für fitte Besucher einen Kraftakt.
Turm bleibt zwei Wochen geschlossen
Der Lift ist exponiert und der Witterung ausgesetzt. „Die Naturgewalten, die auf den Lift wirken, sind groß“, erklärt Betriebsleiter Alfred Mokina am Tag nach der Sitzung der Kleinen Zeitung. Heuer schlug der Blitz viermal ein und legte den Lift lahm. Genau unter die Lupe nimmt man den Turm von 2. bis 13. November, dann bleibt er für Revisionsarbeiten und die Durchführung eines Forschungsprojekts am Holz knapp zwei Wochen geschlossen.
200.000 Euro sollen in die Beleuchtung des Pyramidenkogels investiert werden. „Aber für den Lift ist nichts übrig“, echauffiert sich Holliber, Mitglied der Bürgermeisterfraktion. Auch Vizebürgermeister Karl Dovjak (SPÖ) ist nicht begeistert. „Fünf Jahre lang ist nichts passiert. Es ist höchste Zeit, dass der Lift tadellos funktioniert. Das ist nur mit einer Erneuerung möglich“, sagt der ehemalige Betriebsleiter des Turms. Ob das passieren wird? Eher nicht, meint Oleschko. „Die Problematik, die keine ist, werden wir auf anderer Ebene besprechen.“