Junge Unternehmer setzen auf Drohnen im alpinen Gelände
Bis zu 100 Kilogramm lassen sich mit Lastendrohnen transportieren. Unternehmer aus Steinfeld und Krems wollen die Arbeit an unzulänglichen Orten erleichtern.
Was früher mühsam auf dem Rücken transportiert oder mit großem Aufwand an den Einsatzort gebracht werden musste, könnte künftig aus der Luft kommen. Lastendrohnen können Material mit einem Gewicht von bis zu 100 Kilogramm befördern. Zwei junge Unternehmer aus Oberkärnten wollen diese Technik etablieren: Luca Tschabitscher aus Steinfeld gründete im August sein Unternehmen „LT-CargoDrone“, Mario Moritz aus Innerkrems baut mit seinem Drohnenservice ein zweites Standbein auf.
Beide setzen auf die DJI FlyCart 100. Sie bringt Material an schwer erreichbare Orte, an denen Fahrzeuge nicht weiterkommen oder lange Fußwege nötig wären. „Die Lastendrohne soll keine herkömmlichen Transportmittel ersetzen, sondern die Arbeit erleichtern, die derzeit noch körperlich ausgeführt wird“, erklärt Tschabitscher. Der 23-Jährige sieht vor allem in der Land- und Forstwirtschaft Potenzial: Zaunmaterial, Werkzeug und Jungpflanzen könnten so auf Almen oder in abgelegene Waldstücke gelangen. Auch Moritz kennt als Landwirt die Herausforderungen von Transporten im alpinen Gelände. Hubschrauber seien eine Möglichkeit, allerdings mit entsprechenden Kosten verbunden. Als eine Lastendrohne mit bis zu 100 Kilogramm Traglast auf den Markt kam, entschloss er sich, in die Technik zu investieren. Der 30-Jährige ist gelernter Installateur und arbeitet derzeit als Projektleiter.
Von Jungpflanzen bis zur Photovoltaikanlage
Während Tschabitscher sein Angebot vorerst auf Lastenflüge konzentriert, verfolgt Moritz einen breiteren Ansatz. Neben Transporten bietet er Inspektionsflüge, Vermessungen und thermische Überprüfungen von Photovoltaikanlagen an. Wärmebildaufnahmen können dabei helfen, auffällige Module zu erkennen und gezielt zu dokumentieren. Auch Dächer, Bauwerke und größere Waldflächen lassen sich aus der Luft erfassen. Tschabitscher hat seine Drohnen zunächst als Hobby genutzt. Für Landwirte flog er Felder vor dem Mähen ab, um Rehkitze aufzuspüren. Nach Stürmen halfen Luftaufnahmen dabei, Schäden an Wäldern oder Äckern einzuschätzen. Mit der neuen Lastendrohne habe sich für ihn ein weiteres Geschäftsfeld eröffnet. „Ich habe mir gedacht, da gibt es sicher einen Markt, gerade bei uns in einer Bergregion“, sagt er.
Moritz setzt ebenfalls auf die Forstwirtschaft. Gemeinsam mit Partnern werden unter anderem Jungpflanzen für Aufforstungen ausgebracht. Darüber hinaus können Drohnen große Waldflächen kartieren, Schadholz sichtbar machen und Daten für die Waldinventur liefern. Auch dreidimensionale Modelle von Gebäuden lassen sich damit erstellen. Die Technik soll Betrieben einen Überblick verschaffen, ohne dass sämtliche Flächen oder Bauwerke aufwendig vor Ort begangen werden müssen.
Noch ein junges Geschäftsfeld
Bis zum ersten Einsatz ist allerdings einiges an Vorbereitung nötig. Für gewerbliche Lastenflüge sind entsprechende Ausbildungen und behördliche Genehmigungen erforderlich. Beide Unternehmer berichten von umfangreichen Verfahren, bevor die Drohnen tatsächlich eingesetzt werden dürfen. Tschabitscher arbeitet derzeit allein und ist hauptberuflich als Maschinenbautechniker beim Verbund tätig. Langfristig möchte er sein Unternehmen zum Hauptberuf machen. „Mein Einsatzgebiet sehe ich vor allem im Möll-, Drau- und Gailtal. Je nach Auftrag sind auch Einsätze in weiteren Regionen möglich“, so der Steinfelder weiter. Gespräche mit potenziellen Kunden stimmen ihn zuversichtlich, insbesondere wegen der körperlichen Entlastung durch die Drohne.
Moritz ist vor allem in Kärnten, Salzburg und der Steiermark tätig, Lastentransporte sind mit Partnern österreichweit möglich. Derzeit unterstützt ihn sein Schwiegervater bei den Lastenflügen. „Künftig möchte ich ein bis zwei Mitarbeiter beschäftigen“, sagt der Innerkremser. Noch ist der Einsatz von Lastendrohnen in Kärnten ein junges Geschäftsfeld. Beide Unternehmer wollen die Technik vor allem in der Land- und Forstwirtschaft etablieren. Anfragen zu Lastenflügen und weiteren Dienstleistungen sind über die Websites von Moritz unter www.drohnenservice.co.at und Luca Tschabitscher unter www.lt-cargodrone.at möglich.