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Graz, Klagenfurt: Brauchen wir überhaupt Flugverbindungen nach Wien?

© APA / Helmut Fohringer

Pro & Kontra: In Graz geht in wenigen Tagen mit dem Aus für die AUA-Flugstrecke Graz-Wien eine Ära zu Ende. Aber brauchen wir überhaupt Wien-Anbindungen von Bundesländerflughäfen wie Graz oder Klagenfurt? Was spricht dafür, was dagegen?

Am 23. Oktober hebt zum letzten Mal nach mehr als 100 Jahren ein Linienflug von Graz nach Wien ab. Über den Kurzflug wurde seit Jahren debattiert – das gilt auch für andere Bundesländerflughäfen wie Klagenfurt. Immer wieder wird generell die Frage aufgeworfen, ob solche Flugverbindungen überhaupt notwendig sind.

PRO

Der Luftfahrtstandort steht unter Druck. Die nationale Flugsteuer sorgt dafür, dass immer mehr Airlines einen Bogen um Österreich machen und dafür – vielfach grenznahe – Flughäfen in unseren Nachbarländern stärker nutzen. Der Umwelt bringt diese Steuer also nichts. Die Kurzverbindungen von Graz (die nun gestrichen werden) oder Klagenfurt ins Eck der Lächerlichkeit zu verräumen, ist ebenfalls extrem kurzsichtig. Mehr als 99 Prozent der Passagiere fliegen nach Wien, um dort umzusteigen. Das passiert auch künftig – nur eben in Frankfurt und München. Verlierer ist der Wirtschaftsstandort Österreich.

Die Kurzverbindungen von Graz oder Klagenfurt ins Eck der Lächerlichkeit zu verräumen, ist extrem kurzsichtig.

— Manfred Neuper, Wirtschaftsredaktion

KONTRA

Minimaldistanzen wie jene zwischen Graz und Wien per Flugzeug zu absolvieren, war ökologisch irrwitzig. Der Kundin und dem Kunden ist es durchaus zuzumuten, stattdessen verlässliche öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, um zum Anschlussflug in Wien zu kommen. Täglich fährt etliche Male ein Flixbus direkt vor die Schwechater Terminals, zudem bieten auch die ÖBB die Strecke mit minimalem Fußweg an. Die Reise mag dann zwar etwas länger dauern als ein 35-Minuten-Flug, sie sorgt aber jedenfalls für weniger Emissionen und mehr Augenmaß.

Der Kundin und dem Kunden ist es durchaus zuzumuten, stattdessen verlässliche öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

— Thomas Golser, Außenpolitikredaktion