Dürrehilfe für Bauern wird zum Politstreit in Villach
Die geplante Dürrehilfe für Villachs Bauern sorgt für politischen Ärger. ÖVP und SPÖ werfen FPÖ-Stadtrat Erwin Baumann Untätigkeit vor.

Es war ein viel diskutiertes Thema bei der jüngsten Gemeinderatssitzung: ein Dürrehilfspaket für Villachs Landwirtschaft. ÖVP und SPÖ brachten dazu gemeinsam einen Dringlichkeitsantrag ein, der auch beschlossen wurde. Dieser sieht vor, dass Villacher Bauern mit Viehhaltung angesichts der dürrebedingten Futterknappheit mit bis zu 500 Euro unterstützt werden. Damit sollen die zusätzlichen Kosten für Futtermittel abgefedert werden.
Bei der Umsetzung geht es der Villacher ÖVP und SPÖ allerdings nicht schnell genug. In einer Aussendung kritisieren sie: „FPÖ-Stadtrat Baumann lässt Villacher Bauern im Stich.“ Statt den Beschluss umzusetzen und den von der Dürre schwer getroffenen Landwirten rasch zu helfen, verweigere der zuständige Stadtrat bislang die notwendigen Schritte. „Es kann nicht sein, dass ein demokratisch beschlossener Zuschuss blockiert wird, während unsere Bauern dringend Unterstützung brauchen“, heißt es.
Mich verwundert, dass gerade die ÖVP in Villach so darauf pocht, obwohl die Kärntner ÖVP in dieser Beziehung nichts gemacht hat.
— Erwin Baumann, FPÖ-Stadtrat
Erwin Baumann will diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen. Dass die FPÖ dem Antrag nicht zugestimmt habe, begründet er damit, dass ihr dieser bis zur Gemeinderatssitzung nicht bekannt gewesen sei. Er stehe selbstverständlich hinter den Bauern. Die Umsetzung der Dürrehilfe habe er bereits auf den Weg gebracht, betont er. „Mich verwundert aber, dass gerade die ÖVP in Villach so darauf pocht, obwohl die Kärntner ÖVP in dieser Beziehung gar nichts gemacht hat.“ Darüber hinaus richtet er einen Wunsch an die Stadtspitze: „Es wäre schön, wenn der Bürgermeister die Hilfen, die ausbezahlt werden, verdoppeln würde.“
Bis die Villacher Bauern tatsächlich von der Unterstützung profitieren können, sind noch weitere Beschlüsse notwendig. Der Subventionsantrag muss zunächst durch den Landwirtschaftsausschuss und anschließend vom Gemeinderat beschlossen werden. Die nächste Gemeinderatssitzung findet am 27. November statt.