In Hirschegg lebt Gasthoftradition in vierter Generation weiter
Seit 1939 ist der Spengerwirt in Hirschegg-Pack in Familienhand. Karin Maggale-Offner und ihr Bruder Hannes führen den Betrieb mit Herzblut – trotz Herausforderungen.

Gerade ist im Spengerwirt in Hirschegg-Pack noch einiges los: Einerseits läuft gerade die Hauptsaison des Hotels aus, andererseits locken die Wildwochen bis 26. Oktober zusätzlich zahlreiche Gäste in das Gasthaus. Viel zu tun also für Karin Maggale-Offner und ihren Bruder Hannes Offner, die den Betrieb seit zwölf Jahren in vierter Generation führen. Eröffnet haben den Spengerwirt ihre Urgroßeltern Alois und Theresia Trolp im Jahr 1939.
Wie verwurzelt die Familie Offner hier ist? „Meine Mutter Rosa wurde sogar auf einem der Gasthoftische hier getauft“, schmunzelt Maggale-Offner. Auch ihr selbst war früh klar, dass sie in die Fußstapfen der Generationen vor ihr treten möchte. Auch wenn ein Gastronomie- und Hotelbetrieb viel Arbeit und Unsicherheit bedeutet ‒ „Ich wusste: Hier bin ich her und hier gehöre ich auch hin.“

Viele Stammgäste
Besonders viel Arbeit gibt es im Sommer, die Hauptsaison für den Hotelbetrieb mit fünf Apartments und 15 Zimmern ist Mai bis Oktober. „Da kommen viele Wanderer oder Schwammerlsucher zu uns“, erzählt Maggale-Offner. Die Gäste schätzen das familiäre Umfeld, die Natur und natürlich das Essen, für das Hannes Offner in der Küche verantwortlich ist. „Wir legen viel Wert auf saisonale und regionale Küche“, sagt Maggale-Offner.

Für viele ist der Spengerwirt zum Stammgasthof geworden. Im Frühstücksraum trifft man gleich auf eine Frau, die seit über 30 Jahren einmal pro Jahr für einen Urlaub kommt. Man ist längst per Du, kennt einander gut. Keine Ausnahme, erzählt Karin Maggale-Offner: „Ich denke, es ist vor allem das Persönliche und Herzliche, das uns als Gastgeber auszeichnet. Das ist ja auch über Generationen gewachsen. Manche unserer Stammgäste kommen sogar zweimal im Jahr. Heuer hat uns besonders im Sommer auch das Wetter in die Karten gespielt, obwohl man sich für die Landwirtschaft natürlich dennoch immer Regen gewünscht hat.“
Im Sommer und an den Wochenenden beschäftigt der Betrieb Aushilfen. Ansonsten ist es ‒ bis auf eine Köchin ‒ die Familie Offner, die das tägliche Geschäft bewältigt: „Meine Eltern helfen immer noch mit, mein zweiter Bruder und meine Schwägerin springen ebenfalls immer wieder einmal ein“, sagt Maggale-Offner. Auch ihr eigener Mann Markus Maggale, der gelernter Tischler ist, arbeitet beim Spengerwirt ‒ mal hinter der Theke, mal repariert er etwas oder baut sogar selbst Möbel für die Zimmer.

Branchenprobleme treffen auch Spengerwirt
Doch auch bekannte und etablierte Traditionsbetriebe wie der Spengerwirt kämpfen mit den Problemen der Branche. „Die Teuerung trifft uns enorm, einerseits im Einkauf, aber natürlich auch bei den Energiekosten. Unsere Stromrechnung hat sich teilweise verdoppelt. Zudem sind natürlich auch Gäste zurückhaltender, wenn sie essen gehen oder einen Kurzurlaub buchen wollen“, schildert Maggale-Offner. Auch einer der größten Schmerzpunkte der Gastronomie, die Personalsuche, beschäftigt den Spengerwirt.
„Aber da muss man durch. Dieser Betrieb ist seit Generationen in Familienhand und wir wollen auch nicht die letzte sein“, sagt Karin Maggale-Offner.