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Umstrittenes Millionenprojekt in Kärnten lässt SPÖ mit SPÖ streiten

Ein Großprojekt erregt weiterhin die Gemüter in Poggersdorf. Neben einer Bürgerinitiative wettert sogar die SPÖ-Vizebürgermeisterin gegen das Vorhaben – zur Verwunderung des SPÖ-Bürgermeisters.

© SPÖ Poggersdorf
Katrin Hajek ist kein Fan des „Pogger’s Park“ und möchte lieber die Volksschule saniert sehen
Marco-William Ninaus
Teamleiter Regionalredaktion Klagenfurt

Seine letzten Monate im Amt stellte sich Bürgermeister Arnold Marbek mit Sicherheit gemütlicher vor. Seit wenigen Wochen diskutieren die rund 3300 Bewohner von Poggersdorf über den „Pogger’s Park“, ein Großprojekt mit Hotel, Restaurant, Museum, Gemeindesaal und Marktplatz am östlichen Ende der Gemeinde. Unternehmer Herbert Mörtl soll mehr als 20 Millionen Euro, die Gemeinde um die drei Millionen Euro investieren, heißt es. Für die Unterstützer ist es ein Leuchtturmprojekt, für die Gegner ein neuer Flächenfresser. Auf jeden Fall ist der „Pogger‘s Park“ ein Politikum.

Denn Katrin Hajek stellt sich dagegen. Sie ist in Poggersdorf nicht nur erste Vizebürgermeisterin und Amtsleiterin, sie tritt in der rot regierten Gemeinde auch als SPÖ-Spitzenkandidatin bei den Bürgermeisterwahlen an. Somit hat Hajek schon heute viel zu sagen, und ab März womöglich noch mehr. „Wir müssen uns um die Bedürfnisse unserer Menschen kümmern. Und unsere finanziellen Mittel sind beschränkt“, sagt Hajek, die sich klar gegen das Projekt, und auch Marbek, positioniert.

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Volksschule habe Vorrang

Ihre Ablehnung sei nicht politischer, sondern fachlicher Natur. Die Vorprüfung vom Land sowie die Verhandlungen mit einem Grundstücksbesitzer seien noch nicht abgeschlossen, ein notwendiges Widmungsverfahren damit in weiter Ferne. Was, wann und wo wirklich entstehen kann, ist damit völlig offen. „Für mich gibt es daher andere Prioritäten“, sagt Hajek und meint damit den Neubau der Volksschule, die derzeit aus allen Nähten platzen würde. „Zuerst müssen wir diese Hausaufgaben erledigen.“

Marbek ist angesichts dessen enttäuscht. „Für mich ist das ungewöhnlich, weil wir in der Vergangenheit alle Entscheidungen einstimmig getragen haben. Aber das muss ich jetzt zur Kenntnis nehmen. Es ist so, wie es ist“, sagt der Bürgermeister. Viele offene Fragen sollen in den kommenden Wochen beantwortet werden. Die Projektgegner aus der neu formierten Bürgerinitiative „Lebenswertes Poggersdorf“ wird er damit nur bedingt glücklich stellen.

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„Für mich gibt es andere Prioritäten“, sagt Hajek
„Für mich gibt es andere Prioritäten“, sagt Hajek © SPÖ Poggersdorf

Initiative gegen das Projekt

„Wir sind nicht gegen alles. Aber das, was geplant ist, geht nicht“, meint Obmann Hubert Gomernik. Grün- und Ackerflächen werden unnötig versiegelt und das Gemeindebudget eventuell langfristig belastet, lautet die Kritik jener Bürger, die sich laut Gomernik „überrumpelt“ fühlten. Die Anliegen deponierte man bei der Gemeindespitze, nun wartet man die weiteren Schritte ab. Gomernik ist sich sicher: „Ein Großteil der Bevölkerung ist gegen das Projekt.“

Marbek ist anderer Meinung, nimmt die Sorgen trotzdem ernst. Schlussendlich hofft er auf das Verständnis seiner Mitmenschen. „Ich sehe das Projekt weiterhin als Chance, die Gemeinde über ihre Grenzen hinaus präsentieren zu können.“