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Langzeitbürgermeister tauscht Gemeindeamt gegen Gin-Produktion

Nach 25 Jahren endet im März die Ära Arnold Marbek in Poggersdorf. Der Bürgermeister blickt auf große Erfolge und kleine Ärgernisse zurück.

Nach 25 Jahren endet im März die Ära Arnold Marbek in Poggersdorf. 
© Kk SpÖ/walter Fritz
Nach 25 Jahren endet im März die Ära Arnold Marbek in Poggersdorf. 
Marco-William Ninaus
Teamleiter Regionalredaktion Klagenfurt

Alles hat seine Zeit, meint Arnold Marbek. Seine als Poggerdorfer Bürgermeister sieht er nun am Ende angekommen. Seit 24 Jahren steht er der 3300-Einwohner-Gemeinde östlich von Klagenfurt vor, in sechs Monaten nimmt er seinen Hut. Bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen tritt er nicht mehr an.

Sein Resümee von einem Vierteljahrhundert Marbek-Regentschaft fällt positiv aus. Finanziell stehe Poggersdorf gut da und könne in Zeiten von leeren Gemeindebudgets weiterhin freiwillige Leistungen stemmen. Während Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen gebaut wurden, stiegen die Kommunalsteuereinnahmen dank des Wirtschaftsparks von 8000 Euro im Jahr 2002 auf 1,3 Millionen Euro. „Wir haben eine Gemeinde, die niemand kannte, nach vorne gebracht“, fasst Marbek seine Zeit als Bürgermeister zusammen.

Aus Völkermarkt nach Poggersdorf

Ursprünglich stammt er aus Völkermarkt und zog erst vor 28 Jahren in die Heimat seiner Frau. „Bis auf meine Schwiegereltern kannte ich hier niemanden“, erzählt der 62-Jährige. Der schon damals politisch aktive Sozialdemokrat engagierte sich in seiner neuen Heimat, wurde 2001 Vizebürgermeister und 2002 zum Bürgermeister gewählt. 2021 erfolgte die bislang letzte Bestätigung, als ihm 60 Prozent aller Stimmen zuflogen.

Marbek bleibt weiterhin Landesdirektor des Pensionistenverbands
Marbek bleibt weiterhin Landesdirektor des Pensionistenverbands

Rundum zufrieden zeigt sich Marbek dennoch nicht. Noch heute ärgert er sich über das Pflegeheim, das 2007 hätte gebaut werden sollen. „Es war vom Land beschlossen, wir hatten alle Zusicherungen. Doch dann wechselten die Zuständigkeiten und Landesrat Christian Ragger drehte es ab“, erzählt Marbek, der noch weitere Baustellen in Poggersdorf ausmacht. Die Gemeinde benötige ein Veranstaltungszentrum, einen zweiten praktischen Kassenarzt sowie mindestens 150 neue Wohnungen. Projekte, die aus seiner Sicht Katrin Hajek in Angriff nehmen soll.

Frau wird SPÖ-Spitze

Die Vizebürgermeisterin wurde von der SPÖ Poggersdorf zur Parteivorsitzenden und Bürgermeisterkandidatin gewählt. Weil Hajek gleichzeitig Amtsleiterin der Gemeinde ist, verzichtete man auf eine vorzeitige Amtsübergabe. Somit werden 2027 die Karten neu gemischt. „Das ist gut und richtig so“, ist sich Marbek sicher.

Seinem Brotberuf als Landesdirektor des Pensionistenverbands bleibt er noch mehrere Jahre treu. Die gewonnene Freizeit fließt ab März dafür in die Gin- und Essigproduktion sowie in den Weinbau. Auf 2000 Quadratmeter reihen sich die Reben, um die er sich seit gut fünf Jahren kümmert. Die Vorfreude auf das neue Kapitel ist groß: „Ich kann mich dann auf andere Dinge konzentrieren.“