Tragischer Unfalltod in Gnas: „Ein so hilfsbereiter Mensch wird fehlen"
Die Feuerwehr Dirnbach und die Sportgemeinschaft Poppendorf trauern um einen Kameraden und Freund, dessen Leben mit 28 Jahren viel zu früh endete.
Der Schock sitzt tief, die Trauer ist groß, die Anteilnahme enorm. Am vergangenen Samstag riss ein Unfall einen 28-jährigen Südoststeirer aus der Mitte seines Lebens. Das tragische Unglück war gegen 10.30 Uhr passiert. Laut Polizei hatte der junge Mann Hilfsarbeiten an einer Grabungsstelle in Gnas erledigt, als das Erdreich ins Rutschen geraten sein dürfte und den Mann unter sich begrub. Für den 28-jährigen Stradener kam jede Hilfe zu spät.
Der junge Mann war Vereinsmensch durch und durch und ist aus dem gesellschaftlichen Leben in Straden und Gnas nicht wegzudenken. Die Tragödie lässt die vielen Menschen, die den 28-Jährigen kannten und schätzten, bestürzt zurück: „Es ist unfassbar. Wir sind alle zutiefst betroffen, sehr traurig und können es noch gar nicht begreifen, dass er nicht mehr da ist. Es reißt ein riesiges Loch auf“, trauert Johannes Matzhold, ehemaliger Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Dirnbach, um seinen geschätzten Feuerwehrkollegen und Freund.
Luftballons mit persönlichen Botschaften
Er sei ein lebensfroher und hilfsbereiter Mensch gewesen, auf den man sich immer habe verlassen können, beschreibt Matzhold den jungen Feuerwehrmann. „Egal, was man brauchte, er hat es gleich möglich gemacht. Für ihn war es selbstverständlich, für andere da zu sein“, so Matzhold.
Es gibt 1000 Fragen und keine Antworten darauf. Wir werden noch lange brauchen, bis wir das verarbeitet haben
— Johannes Matzhold, FF Dirnbach
Seit seinem zwölften Lebensjahr war der 28-Jährige mit voller Freude und Leidenschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr Dirnbach engagiert und übernahm dort viele Aufgaben: Er war Atemschutzträger, Maschinist und Kraftfahrer. „Er war auch ein leidenschaftlicher Hobbykoch und hat bei unseren Festen immer in der Küche mitgeholfen oder am Grill gestanden. Er war einfach immer mit dabei“, erzählt Matzhold den Tränen nahe. Umso schwerer falle es, das Geschehene zu verstehen. „Es gibt 1000 Fragen und keine Antworten darauf. Wir werden noch lange brauchen, bis wir das verarbeitet haben. Ein so hilfsbereiter Mensch, wie er, wird fehlen“, so Matzhold.
Um die Feuerwehrkräfte der FF Dirnbach und auch jene Feuerwehrmitglieder der FF Poppendorf, die am Unfallort um das Leben ihres Kameraden kämpften, kümmerte sich die vergangenen Tage über das Kriseninterventionsteam (KIT). Zum Gedenken an den 28-Jährigen ließen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden gemeinsam mit Freunden Luftballons mit persönlichen Botschaften an ihren viel zu früh verstorbenen Kameraden in den Himmel steigen.
Sportverein trauert
Auch abseits des Feuerwehrdienstes hatte der junge Mann viele Interessen: So liebte er es, mit Freunden Karten zu spielen, hatte vor rund einem Jahr das Rennradfahren für sich entdeckt und war leidenschaftlicher Fußballfan, erzählt Fußballtrainer Christoph Sommer von der Sportgemeinschaft Poppendorf.
Die vergangenen fünf Jahre war der 28-jährige Stradener auch dort fest im Verein involviert. „Wir sind alle sehr geschockt. Er war unser Teambetreuer, hat viele Motivationsansprachen gehalten und bei Veranstaltungen immer mitgeholfen“, erzählt Sommer.
Auch bei seinem Arbeitgeber, dem Erdbau- und Transportunternehmen Schuster in Straden, ist die Trauer um den 28-jährigen Disponenten groß, wie Firmenchef Gerald Schuster mit brüchiger Stimmer erzählt: „So einen Mitarbeiter wie ihn kann man sich nur wünschen. Er war loyal, hatte für jeden ein offenes Ohr und hinterlässt eine riesige Lücke – privat und in der Firma.“