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„Aktion scharf“ folgten drei schwere Alk-Unfälle in der Steiermark

In der Nacht auf Sonntag kam es zu einer Unfallserie mit jungen alkoholisierten Lenkern. Kurz zuvor hatte die Polizei einen Lenker mit 2,3 Promille aus dem Verkehr gefischt.

© Feuerwehr Großwilfersdorf
Bei Großwilfersdorf landete ein Auto eines 22-Jährigen im Garten eines Einfamilienhauses
Wilfried Rombold
Redakteur Steiermark-Ressort

Erst am Freitag hatte die steirische Polizei landesweit eine „Aktion scharf“ durchgeführt und dabei insgesamt 21 alkoholisierte Fahrzeuglenker aus dem Verkehr gezogen. Wie notwendig solche Schwerpunkte sind, zeigte sich einige Stunden später. In der Steiermark kam es von Samstag auf Sonntag zu drei aufsehenerregenden Unfällen mit insgesamt vier Verletzten – und jeweils waren junge, teils schwer alkoholisierte Autofahrer am Steuer gesessen.

Der bisher letzte Unfall geschah auf der B 113 zwischen Selzthal und Rottenmann (Bezirk Liezen) am frühen Sonntagmorgen. Ein 22-Jähriger aus Kirchdorf (OÖ) war mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Autobahnbrücke über die A 9 unterwegs und geriet auf die Gegenfahrbahn. Dort krachte er mit dem Auto einer 62-jährigen Frau aus dem Bezirk Liezen zusammen. Die Frau wurde im Auto eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Sie kam ebenso ins LKH Rottenmann wie der Unfalllenker und dessen 20-jähriger Beifahrer. Ein Alkomattest beim 22-Jährigen ergab eine mittelgradige Alkoholisierung.

© FF Selzthal
Frontalzusammenstoß in Selzthal mit drei Verletzten

Fischer fanden schwer verletzten Unfalllenker

Stunden zuvor in Großwilfersdorf im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: Gegen 6 Uhr früh hörten Fischer bei den Teichanlagen in Großwilfersdorf einen Knall und fanden im Garten eines Einfamilienhauses ein komplett demoliertes Auto. Daneben lag schwer verletzt der Lenker – ein 22-jähriger Südburgenländer. Der junge Mann aus dem Bezirk Jennersdorf war mit seinem Auto von der Fahrbahn der B 319 abgekommen, hatte einen Holzzaun durchschlagen, dann war das Auto gegen einen Baum gekracht und hatte ihn entwurzelt. Erste Erhebungen der Polizei zufolge war der Unfalllenker stark alkoholisiert.

© Feuerwehr Ratten
Der ausgebrannte Pkw in St. Kathrein am Hauenstein

Der erste spektakuläre Unfall in dieser Nacht endete zum Glück ohne Verletzte. In St. Kathrein am Hauenstein (Bezirk Weiz) waren drei junge Burschen auf einer verbotenen Spritzfahrt gegen einen Baum geprallt, das Auto ging danach in Flammen auf. Am Steuer saß ein stark betrunkener 16-Jähriger, das Auto gehörte dem Vater eines Mitfahrers.

Schwerpunktaktion: Ein Lenker hatte 2,3 Promille

Wie verbreitet Alkohol am Steuer unter Jugendlichen noch ist, zeigt eine Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit unter jungen Menschen aus dem Vorjahr. Jeder vierte befragte 16- bis 24-Jährige gab an, bereits einmal ein Fahrzeug unter Alkoholeinfluss gelenkt zu haben.

Die Landesverkehrsabteilung betont die Wichtigkeit dieser Schwerpunktaktionen für die allgemeine Sicherheit im Straßenverkehr.

— Oberst Klaus Rexeis, Polizei-Landesverkehrsabteilung

Zurück zur Schwerpunktaktion am Freitag, bei der insgesamt 92 Exekutivbeamte im Einsatz standen. Der höchste Spitzenwert bei den alkoholisierten Lenkern lag bei 2,3 Promille. Dazu wurden rund 1000 Geschwindigkeitsübertretungen geahndet, die eklatanteste war eine Überschreitung um 81 km/h im Ortsgebiet. Auch ein E-Scooter wurde mit einem Tempo von 70 km/h gemessen.

Zum Drüberstreuen stellten Polizisten bei einer Anhaltung rund 20 Gramm Cannabis und eine geringe Menge Kokain sicher. Was die Polizei mit derartigen Aktionen bezweckt, umreißt der stellvertretende Leiter der Landesverkehrsabteilung, Klaus Rexeis: „Die gesteigerte Präsenz der Exekutive soll eine präventive Wirkung erzielen und die Unfallzahlen langfristig reduzieren.“