Doppelpack und Gelb-Rot in 16 Minuten: Bojan Potnar war Mann des Spiels
Neuzugang aus Deutschland traf im Steirer-Derby gegen Sturm II zwei Mal, musste dann nach einer Schwalbe, die keine war, vom Feld.
Es war ein Sieg, der bitter nötig war: Kapfenberg setzte sich im Steirer-Duell mit Sturm II in Gleisdorf mit 2:0 (2:0) durch und sammelte nach drei Niederlagen in Serie endlich den zweiten Sieg dieser Saison. Der aber ändert nichts daran, dass die Obersteirer nach wie vor das Tabellenende der 2. Liga zieren. Umso wichtiger, dass man nach Punkten zumindest wieder den Anschluss gefunden hat, nur noch einen Zähler hinter Rapid II liegt. Und Sturms „Zweier“? Hält nach der Niederlage nach wie vor bei acht Zählern und ist mit zwei Punkten Vorsprung auf Kapfenberg auf Rang 13.
Die Geschichte des Spiels in Gleisdorf wurde zunächst von einem Mann bestimmt: Bojan Potnar. Der Neuzugang aus Deutschland, der erst vor zehn Tagen nach Kapfenberg gewechselt war, schrieb sozusagen im Alleingang die Geschichte dieses Spiels. So stimmt das natürlich nicht, denn die gesamte Kapfenberger Elf bot eine ansprechende Leistung, mit Potnar scheint man aber nun wieder einen gefunden zu haben, der als Vollstrecker agiert.
Kam von Schalke 04
Der 20-Jährige hatte in der Vorsaison noch bei der U23 von Schalke 04 gespielt, war aber dann seit Juli vertragslos und landete nun auch dank der Kontakte von Geschäftsführer Robert Schäfer bei den „Falken“. „Wir haben ihn uns angeschaut, er hat einen guten Eindruck hinterlassen. Und er hat sich sofort super in die Mannschaft integriert“, lobte Trainer Michael Liendl auch, ebenso wie das Profil, das er mitbringt: „So einen Spieler hatten wir nicht: Seine Größe, seine Wucht, das tut uns schon gut.“ Und sein Torriecher auch: In der 37. Minute spritzte er in eine Flanke von Marcel Stöger und traf zur Führung, nur vier Minuten später spitzelte er einen Pass des Georgiers Bagrationi zum 2:0 ins Netz.
Nach der Pause gab es dann heftige Diskussionen: Potnar ging nach einem Zweikampf mit Sturm-Goalie Elias Lorenz zu Boden, Schiedsrichter Jäger schickte ihn nach einer vermeintlichen Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz; nur 16 Minuten nach der Führung. Klar ist: eine Schwalbe war es nicht. „Das war ein absoluter Witz“, ärgert sich auch Liendl, der natürlich hofft, dass die Bemühungen des Vereins, eine Sperre zu verhindern, erfolgreich sein werden, denn: „Das war ganz weit weg von einer Schwalbe!“
Weil Sturm II nach dem Ausschluss auch die Chance eines Elfers vergab, spielten die Kapfenberger den Sieg nach Hause. „Das war extrem wichtig, das haben wir schon vor dem Spiel gewusst. Die Jungs haben das super gemacht, wir haben uns den Sieg erarbeitet. Aber klar ist auch: Wir müssen demütig bleiben, wir sind noch lang nicht aus dem Gröbsten heraus“, sagte Liendl. Und doch: Vor allem, dass man auch zu Null spielte, dass man diesmal im Gegensatz zu den Spielen davor („Auch da waren wir oft besser, zumindest aber ebenbürtig“) Zählbares erreichte, sollte Mut geben: „Wir haben das cool verteidigt, nach der Durststrecke ist das wichtig“, sagte Liendl.