Brunnalm-Verkauf: „Es wurde oft bis spät in die Nacht verhandelt“
Der Gemeinderat hat den Verkauf einstimmig beschlossen. Für die Grundbesitzer sind noch ein paar Details offen. Die neuen Betreiber stehen jedenfalls in den Startlöchern.
Rund 150 Besucher ließen sich diese Gemeinderatssitzung im Veitscherhof nicht entgehen. „Das ist ein klarer Hinweis, welche politische Bedeutung dieser Beschluss heute für die Gemeinde hat“, so Bürgermeister Arno Russ (ÖVP) bei der Begrüßung und weiter: „Es ist uns ein großes Anliegen, den Skibetrieb auf der Brunnalm zu erhalten, es war der Kommune jedoch nicht möglich, den Betrieb ohne Zuschuss aufrechtzuerhalten“, so Russ.
FPÖ-Fraktionsführer und Koalitionspartner Vize-Bgm. Ernst Ebner bestätigte die zähen Verhandlungen, etwa mit dem Land Steiermark: „Wir haben mehrmals in Graz vorgesprochen, es wurde oft bis spät in die Nacht verhandelt, letztendlich sind wir froh, dass das Skifahren auf der Brunnalm weiterhin möglich ist. Wir stehen zu 100 Prozent zu diesem Beschluss.“
Bauchweh, aber Zustimmung
100-prozentige Begeisterung gab es seitens der SPÖ zwar nicht, sie hat dem Beschluss trotzdem zugestimmt. SPÖ-Fraktionsführer Jochen Jance: „Wir sind froh, dass es auf der Brunnalm weitergeht, jedoch sind wir nicht mit allen Vertragsdetails zufrieden. Aufgrund der Bedeutung für die Zukunft der Gemeinde stimmen wir dem Verkauf zu.“
Der 1. Vize-Bürgermeister Christoph Bammer (SPÖ) führte aus, warum seine Fraktion etwas Bauchweh hat: „Es geht um die dreijährige Betriebspflicht für die neuen Betreiber. Wir hätten uns gerne fünf Jahre gewünscht, auch die Pönalregelung könnte sich für die Gemeinde nachteilig auswirken“, so Bammer.
Wird nämlich die Betriebspflicht nicht eingehalten, so wird ein Pönale von 250.000 Euro fällig, das sich jedoch um die getätigte Investitionssumme verringert. „Investieren die neuen Betreiber schnell einmal 250.000 Euro und sperren den Lift nach einem Jahr zu, so würden auch keine Pönalzahlungen fällig. Hier wäre eine zusätzliche Schadenersatzanspruch-Regelung hilfreich gewesen“, so die Kritik.
„Es waren harte Verhandlungen mit Margret Kraischek und es stand mehrmals an der Kippe. Für die Gemeinde war es das bestmögliche Ergebnis“, konterte Russ. Nach dem einstimmigen Beschluss bedankte sich dieser aber ausdrücklich bei allen Gemeinderatsmitgliedern: „Danke für die Einstimmigkeit, somit bleibt gewährleistet, dass es mit dem Skibetrieb auf der Alm weitergeht.“
4,5 Millionen kommen vom Land
Um das Skigebiet überhaupt verkaufen zu können, müssen die Schulden getilgt werden. Das geschieht mit einem Kredit, den die Marktgemeinde aufnehmen muss. „Das Land Steiermark schießt noch einmal 4,5 Millionen Euro zu, verteilt auf zehn Jahre, um den Kredit zu tilgen. Die Gemeinde muss für die Zinsen aufkommen“, erklärte Russ.
„Das war natürlich die Grundbedingung, dass wir uns über den Kauf drübergetraut haben. Ich bin ja nicht wahnsinnig“, so Kraischek, die mit ihrem Geschäftspartner Michael Stoppacher, der im Hauptberuf im Gemeindeamt St. Barbara als Bauhofleiter beschäftigt ist, in den Startlöchern steht.

Auch wenn noch nicht alle Verhandlungen für die neuen Besitzer in trockenen Tüchern sein dürfen. Die Grundbesitzer auf Brunnalm beharren darauf, dass über gewisse Details noch nachverhandelt werden muss. „Uns ist bewusst, dass auch wir unseren Beitrag leisten müssen, aber ganz wollen wir uns auch nicht über den Tisch ziehen lassen. Wir werden nicht allein sämtliche Einschnitte schlucken“, so Markus Scheikl seitens der Grundbesitzer, über deren Gründe die Pisten verlaufen.
Liftstart im Dezember
Die neuen Eigentümer möchten jedenfalls sofort loslegen. „Es gilt den Saisonstart der Skisaison vorzubereiten. Läuft alles nach Plan, dann könnten wir bereits mit 8. Dezember losstarten“, so Kraischek. „Die Gams“, das zur Brunnalm gehörende Restaurant, wird von einem Pächter weitergeführt.
„Es wird ein beinhartes Geschäft und wir werden massiv an der Kostenschraube drehen müssen, um den Skibetrieb in schwarze Zahlen zu bringen. Allein der laufende Liftbetrieb verschlingt rund um die 150.000 Euro pro Jahr. Wir werden auch bei den Liftkartenpreisen etwas teurer werden, wollen aber ein leistbares Skigebiet besonders für Familien und Kinder bleiben“, so Kraischek. Beim Veitscher Kirtag am Sonntag werde man für weitere Informationen am Feuerwehrplatz zur Verfügung stehen.