Steirische Gemeinde will ihr Skigebiet um zwei Euro abgeben
Um den Betrieb auf der Brunnalm aufrecht zu halten, sind Unsummen in die Freizeitbetriebe Veitsch geflossen. Nun möchte sich die Gemeinde davon trennen.

Wenn ein Skigebiet als heißes Pflaster gilt, ist das in mehrerlei Hinsicht nicht gut. Doch genau zu solch einem hat sich die Brunnalm in der Gemeinde St. Barbara im Mürztal entwickelt. Um den Skibetrieb irgendwie aufrechtzuerhalten und auch einen aufgenommenen Kredit zu bedienen, musste zu den defizitären Freizeitbetrieben Veitsch in den letzten Jahren ordentlich dazugezahlt werden.
Neben der Gemeinde, in deren Besitz sich die Freizeitbetriebe befinden, griff dabei auch immer wieder das Land Steiermark großzügig unter die Arme – ohne dessen Unterstützung wären die Lifte im beliebten Skigebiet in der Veitsch längst schon stehen geblieben.
Doch schon vor der vergangenen Skisaison, in der es nochmal eine ordentliche Finanzspritze gab – die es in den nächsten Jahren nicht mehr geben wird – war für Bürgermeister Arno Russ (ÖVP) klar, dass es so nicht weitergehen kann.

„Für die Gemeinde ist es nicht tragbar, wir können uns das nicht mehr leisten. Wenn wir sie behalten, müssten die Freizeitbetriebe Insolvenz anmelden, was auch die Einstellung des Skibetriebs bedeuten würde“, sagt Russ. Deswegen machte er sich auf Investoren-Suche, fragte bei nahegelegenen Skigebieten und Unternehmern in- und außerhalb der Region an. Doch das Interesse war enden wollend. Stichwort: heißes Pflaster.
Entscheidung im Gemeinderat
Über den Sommer haben sich aber letztlich doch zwei Personen gefunden. Es handelt sich dabei um Margret Kraischek und Michael Stoppacher. Die Gemeinde hat angeboten, ihnen die Freizeitbetriebe symbolisch um zwei Euro zu „schenken“, also zu übertragen – freilich an gewisse vertragliche Bedingungen gebunden, die den Skibetrieb sichern sollen.
Kraischek bestätigt das auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Alle Pläne seien eingereicht und man stehe in den Startlöchern. Das Geschenk sei aber nur auf den ersten Blick ein solches: „Es kommen gleich viele Kosten auf uns zu, aber wir sind motiviert es durchzuziehen.“

Damit die Gemeinde die Freizeitbetriebe übergeben kann, muss sie einen neuen Kredit aufnehmen, um den derzeit laufenden zu begleichen. Das Land greift dabei abermals finanziell kräftig unter die Arme. „Alle Schritte sind mit uns abgesprochen. Wir begrüßen diese Lösung“, bestätigt man im Büro von Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP).
Über die Bühne gehen soll die Übertragung am Freitag bei einer kurzfristig einberufenen Gemeinderatssitzung. Zuerst wird das Vorhaben präsentiert und danach darüber abgestimmt. Für den Schritt genügt eine einfache Mehrheit.