Nach Pistolenknall: 435. Kolomonimarkt nahm langsam Fahrt auf
Bei goldenem Herbstwetter trudelten am frühen Nachmittag des 16. Oktober die ersten Besucher am Marktgelände in Kleinedling ein.

„Im Bauch hat es ein bisschen gekribbelt“, schilderte Miriam Findenig das mehrmalige rasante Hoch- und Tiefschnellen mit dem Fahrgeschäft „Dropezone“. Die amtierende Marktprinzessin gab dort am 16. Oktober kurz nach 14 Uhr während der Fahrt mit Marktreferent Michael Schüßler (FPÖ) mit einem Pistolenknall den symbolischen Startschuss zum 435. Wolfsberger Kolomonimarkt, der am 17. Oktober offiziell eröffnet wird. Den Nervenkitzel gewagt haben mit der 30-Jährigen neben Vizebürgermeister Jürgen Jöbstl (SPÖ) und Nationalrat Johann Weber (ÖVP) auch Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber (ÖVP): „Normalweise mache ich das nur mit meinen Kindern“, schmunzelte Gruber nach der „amüsanten Fahrt“.
Im Anschluss verteilte Schüßler mit der Marktprinzessin bei goldenem Herbstwetter Chips für Freifahrten an die ersten Besucher, die am frühen Nachmittag erst langsam eintrudelten. „Der Besuch beim Kolomonimarkt ist ein Wolfsberger Brauch“, erzählte Barbara Schober, die mit ihrer Freundin Birgit Magnet unterwegs war. „Einfach einmal durchschauen“, lautete die Devise der beiden Wolfsbergerinnen, die „dem Stress entflohen“ waren. „Wir machen uns einfach einen kamotten Nachmittag“, sagte Magnet. Auch Julia Pirker kam bereits früh vorbei. „Ich wollte schauen, ob schon etwas los ist“, sagte die 25-Jährige, die sich schon darauf freue, Menschen zu treffen, die „man schon ewig nicht mehr gesehen hat“.

Große Freude über Gratis-Parkplätze
Auf gute Geschäfte hoffen natürlich die insgesamt rund 260 Aussteller, Gastronomen, Schausteller und Fieranten. „Das Gelände ist groß und die Organisation top“, schwärmte der Wiener Markus Steiner, der mit seiner „Schießarena“ heuer erstmals am Kolomonimarkt vertreten ist. Neben Luftballonschießen und Dosenwerfen können die Besucher bei ihm auch am Glücksrad drehen. „Ich lass mich gerne überraschen“, zeigte er sich zuversichtlich.

Mit der Herbstsonne um die Wette strahlten auch David und Andrea Weber vom „Süßen Paradies“ aus Graz. „Die Gratis-Parkplätze spielen uns in die Hände“, sagte die Inhaberin in dritter Generation, die bereits als Kind mit ihrem Papa im Lavanttal Lebkuchenherze und Schaumrollen verkaufte. Auch Julia Penz von der Lavanttaler Edelbrennerei Jantschgi ging davon aus, dass die kostenlosen Parkplätze wieder mehr Besucher anlocken werden als in den vergangenen Jahren.
Neues Zelt mit Live-Musik
Gute Stimmung herrschte in den ersten Stunden des noch so jungen 435. Wolfsberger Kolomonimarkts auch unter den Gastronomen – wenngleich die Zelte wie jenes von Christian Kehraus am frühen Freitagnachmittag noch recht leer waren. „Im Vorjahr lief es recht gut, aber heuer wird noch mehr los sein“, vermutete er, der seine Gäste seit vielen Jahren auf rund 500 Sitzplätzen mit Wiener Schnitzel, Kärntner Nudeln und vielen weiteren Schmankerl verköstigt.

„Noch ist relativ wenig los, aber der Markt hat auch erst begonnen“, sagte Michael Polzer, der mit seiner Frau Katja in Wolfsberg das Café Lobisser betreibt. Heuer feiert er am Markt mit einem rund 1000 Quadratmeter großen Zelt Premiere, mit dem er „neuen Elan“ verbreiten wolle. „Bei mir gibt es jeden Tag Live-Musik“, warb er, während bei ihm zum Auftakt die „Gschwister Scharf“ mit ihren Instrumenten für Stimmung unter den ersten Besuchern sorgen.
Zwischen 40.000 und 45.000 Besucher kamen übrigens im Vorjahr zum Wolfsberger Kolomonimarkt. „Wir hoffen, dass wir das heuer toppen“, zeigte sich Marktleiter Dieter Rabensteiner zum Auftakt aufgrund des perfekten Herbstwetters optimistisch.
