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Hubert Dobrounig: „Ich will bis in die Vereine ein Durchgriffsrecht“

Der Kärntner Hubert Dobrounig, Österreichs Tischtennis-Präsident, spricht darüber, was sich in den ersten Monaten nach seinem Amtsantritt getan hat.

© ÖTTV
Hubert Dobrounig
Denise Maryodnig
Redakteurin Sport

Sie haben den ÖTTV in einer schwierigen Phase übernommen. Was ist in den letzten vier, fünf Monaten passiert?

Hubert Dobrounig: Durch intensive Gespräche auf Augenhöhe konnten wir Ruhe reinbringen. Mit meinem Stellvertreter Rudolf Sporror habe ich ein transparentes Übereinkommen erzielt. Im Sommer wurden die Fördergelder wieder freigegeben. Dem Ministerium, mit dem wir kommende Woche erneut einen Termin inklusive Updates haben, haben wir dargelegt, welche Mechanismen wir installieren. Dazu zählt etwa eine Taskforce, die konkrete Instrumente festlegt, um sicherzustellen, dass sich die Vorfälle der Vergangenheit nicht wiederholen. Zudem werden Vertrauenspersonen installiert, an die man sich wenden kann.

Wie sieht es mit dem Durchgriffsrecht bis in die Vereine aus?

Im November findet die Generalversammlung statt, und dieses Thema liegt mir besonders am Herzen. Nur so können wir rasch handeln. Derzeit kann der Landesverband reagieren, doch wenn Maßnahmen ausbleiben, muss es möglich sein, von oben einzugreifen. Diese Instrumente fehlen uns bislang. Darüber hinaus wollen wir ein Schiedsgericht einrichten, in dem Themen intern angesprochen und entsprechende Entscheidungen getroffen werden können. Sollte uns dieses Durchgriffsrecht gelingen, wären wir Vorreiter.

Was war die größte Challenge?

Die Zeit war durchaus herausfordernd, aber ich habe Prioritäten gesetzt. Zwei Tage pro Woche bin ich in Wien, um Präsenz zu zeigen und mich einzubringen. Nur so kann ich mir ein Bild machen, Menschen von Ideen überzeugen und Feedback einholen. Dieser Zugang wurde sehr gut angenommen, und wir arbeiten mit Engagement daran, den Verband auf eine Ebene zu bringen, auf der der Sport wieder im Mittelpunkt steht.

Haben Sie mit Marius Mandl (31) bewusst auf einen jüngeren Sportdirektor gesetzt?

Ja, denn wir wollen den Fokus auf die Jugend legen, in Verbindung mit der allgemeinen Klasse. So hat Marius die Chance, gemeinsam mit der Jugend zu wachsen – das ist wertvoller als jede Theorie. Wenn wir die Expertise der Nationalspieler mit der Energie der Jungen verbinden, kann viel entstehen. Bei der EM in Laibach hat man gesehen, wie Jung und Alt gemeinsam jubeln. Die Stimmung ist wirklich gut. Genau das hat mir zuvor gefehlt und stimmt mich jetzt sehr positiv.

Sofia Polcanova ist das Aushängeschild. Wie kann es gelingen, Erfolge langfristig abzusichern?

Durch offene Kommunikation und regelmäßigen Austausch mit den Athleten. Wir sind alle in Laibach vor Ort und stehen geschlossen hinter unseren Sportlern. Sie spüren die Wertschätzung, und diese kommt auch von ihnen zurück.

Das klingt nach Visionen, Ambitionen, die jemand lebt?

Ich versuche, das vorzuleben, denn genau das ist entscheidend. Ich lebe diesen Sport, jub­le, fiebere mit und ärgere mich – denn ohne diese Menschlichkeit geht es nicht. Ich sage es ganz klar: Die Weichen sind gestellt. Die Zukunft muss anders aussehen als die Vergangenheit.

© GEPA
Sofia Polcanova ist Österreichs größtes Aushängeschild