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Das sind die schrägsten Ortsnamen im Bezirk St. Veit

Von Holz bis Schaumboden – in St. Veit gibt es ein paar Ortsnamen, die eher ungewöhnlich klingen. Viele von ihnen haben eine interessante Geschichte.

Ein Straßenschild auf dem Ochsendorf steht
© KLZ / Dorian Wiedergut
Ochsendorf in der Gemeinde Brückl, an der Grenze zu Pischeldorf
Dorian Wiedergut
Redakteur Regionalredaktion St. Veit/Feldkirchen

Jeden Tag werden wahrscheinlich Millionen von ihnen verschickt: E-Mails. Jemandem ein „Mail“ zu schicken, ist nichts Ungewöhnliches. Doch was, wenn man in „Mail“ sogar leben kann? Das ist in der Gemeinde Mölbling der Fall. Dort gibt es eine Ortschaft mit diesem Namen – jedoch wird sie im Deutschen anders ausgesprochen.

Die Herkunft des Ortsnamens „Mail“ wird dadurch aber nicht weniger interessant. „Der Ortsname Mail geht vermutlich auf das romanische Wort ‚mal‘ für ‚Berg‘ zurück, das seinerzeit aus einer älteren Sprache übernommen wurde“, erklärt der Sprachwissenschaftler und bekannte Ortsnamen-Experten Heinz-Dieter Pohl. In der gleichen Gemeinde befindet sich ein weiterer Name, der nur witzig klingt, wenn man ihn englisch ausspricht: „Gaming“. Der Ortsname leitet sich vom slowenischen Wort „kamen“ für „Stein“ ab und wurde 1406 erstmals als „Gämnikch“ urkundlich erwähnt.

© Helmuth Weichselbraun
Sprachwissenschaftler Heinz-Dieter Pohl

Nicht nur das Leben kann hart sein, sondern auch ein Ort in der Gemeinde Brückl. Der Name „Hart“ ist jedoch auf das alte deutsche Wort „Hart“ zurückzuführen, das „Wald“ bedeutete. Ebenfalls in Brückl, knapp an der Grenze zu Pischeldorf, befindet sich „Ochsendorf“ – wo übrigens der Landesverband für Bienenzucht in Kärnten seinen Sitz hat. Der Name hat aber weniger mit dem kastrierten Hausrind zu tun als mit einer Person. Laut Ortsnamensforscher Pohl geht Ochsendorf auf einen slawischen Personennamen wie Radoš zurück, der mit der deutschen Endung „-dorf“ verbunden und später zu Ochsendorf umgeformt wurde. „Diese Namensform ist bereits für 1495 urkundlich belegt.“

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© KLZ / Andreas Hoi

Ein kurzer Blick über die Bezirksgrenze und ins angrenzende Pischeldorf. Der Ortsname bedeutet „Bischofsdorf“ beziehungsweise „Bischofshof“, wobei das slowenische Wort „dvor“ für „Hof“ steht. Zurück nach Brückl, wo es „Hausdorf“ gibt. Dieser Name ist auf den deutschen Personennamen „Hugo“ zurückzuführen. Urkundlich wurde „Hausdorf“ erstmals 1329 erwähnt. Sowohl in Deutsch-Griffen als auch in Frauenstein gibt es „Sand“. Hier ist der Name tatsächlich auf das deutsche Wort „Sand“ zurückzuführen.

© KLZ / Dorian Wiedergut
Hintnausdorf befindet sich in Frauenstein

Weiter in der Gemeinde Frauenstein befindet sich „Schaumboden“. Benannt ist der Ort nach der Schaumburg. Deren Name gehört zu „schauen“, etwa wie „Burg, von der man Ausschau hält“. In Klein St. Paul gibt es das „Kitschdorf“. Wer sich jetzt aber auf künstlerisch wertlose Produkte einstellt, wird enttäuscht werden. Es handelt sich um einen slawischen Personennamen „Chitse“ plus dem klassischen deutschen „Dorf“. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1188 zurück. Und dann gibt es da noch „Holz“. Dieser kleine Ort von St. Veit verdankt seinen Namen der alten deutschen Mundart „Holz“, was auch „Wald“ bedeutete.

Weitere schräge Namen sind Faulwinkel (Deutsch-Griffen), Hammersgraben (Frauenstein), Hintnausdorf (Frauenstein) und Finsterdorf (Gurk). Dies war nur ein kleiner Exkurs in die Welt der Ortsnamen. Wer sich für das Thema interessiert, der sollte sich das „Kärntner Ortsnamenverzeichnis“ von Pohl ansehen.