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Bischof Wilhelm Krautwaschl ist seit einer Woche in Leoben zu Gast

Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl stattete Pfarren und Seelsorgeräumen im Bezirk Leoben eine offizielle Bischofsvisitation ab. Dabei ging er mit ganz vielen Menschen ins direkte Gespräch.

© KLZ / Andreas Schöberl-Negishi
Bischof Wilhelm Krautwaschl und Leobens Stadtpfarrer Markus Plöbst in Leoben
Andreas Schöberl-Negishi
Teamleiter Regionalredaktion Leoben

Gut gelaunt und hellwach ist Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl um Punkt acht Uhr in der Früh in der überaus gemütlichen Küche von Leobens Stadtpfarrer Markus Plöbst. Seit einer Woche ist er bereits in Leoben zu Gast und logiert im Pfarrhof der Stadtpfarre St. Xaver.

Er ist in offizieller Mission und seit Tagen in der gesamten Region Leoben unterwegs, um mit Menschen auf Tuchfühlung zu gehen und ins direkte Gespräch zu kommen. Konkret ist Krautwaschl auf Bischofsvisitation, also einem offiziellen, regelmäßigen Besuch in den Pfarren oder Seelsorgeräumen seiner Diözese.

Insgesamt 388 Pfarren im Blick

Das genaue Prozedere ist im Kirchenrecht festgelegt: „Am ehesten ist es mit einer Innenrevision in einem großen Unternehmen vergleichbar“, meint Krautwaschl. Im Fall der Diözese Graz-Seckau handle es sich immerhin um insgesamt 388 Pfarren, die er im Blick behalten muss und möchte.

Besonders wichtig sei ihm neben den vorgeschriebenen Abläufen aber die Möglichkeit, etwas tiefer in das Pfarrleben eintauchen zu können. „Das ist natürlich nicht möglich, wenn ich irgendwo nur für einen Tag oder ein paar Stunden hinkomme“, so Krautwaschl. Durch die Präsenz über eine gewisse Zeit hinweg könne er besser Einblick bekommen.

© Armin Russold
Die Stadtpfarrkirche St. Xaver im Herzen der Stadt Leoben

Vor allem sei er mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen, darunter Pfarrer, Seelsorger, Gemeinderäte oder Ehrenamtliche. Die Bestandsaufnahme der Arbeit in der Seelsorge, der Zustand der Pfarren, aber auch das Stärken der Gemeinschaft stehen bei seiner Visitation im Vordergrund.

So besuchte Krautwaschl auch Institutionen, Unternehmen und Einrichtungen in der Region Leoben, stattete der Justizanstalt Leoben, der Voestalpine Donawitz, dem LKH Hochsteiermark, Standort Leoben oder dem C17-Rettungshubschrauberstützpunkt des ÖAMTC in St. Michael einen Besuch ab.

„Zunehmende Unsicherheit“

„Ich schaue mir genau an, was die Menschen bewegt, was ihnen wichtig ist, wo sie etwas benötigen oder was ihnen fehlt“, erklärt Krautwaschl. Was er häufig wahrnehme, sei eine zunehmende Unsicherheit vieler Menschen in einer Welt, die überall aus ihren Fugen gerät. „Wir fahren als Kirche ein klares Alternativprogramm zur Vereinsamung der Menschen“, betont Krautwaschl.

Derzeit erlebe man „plattentektonische Verschiebungen“ in der Gesellschaft, sprich riesige und permanente Umwälzungen, mit denen viele nur schwer umgehen könnten: „Wir tun, was wir können, um die Menschen zu unterstützen.“