Missbrauch, Krebs, MS: Ein Leben zwischen Ruhm und Schmerz
In ihrer Biografie erzählt Christina Applegate (54) von einem Leben voller Gewalt, Krankheit, Erfolg – und macht Mut.

„Langsam geht er auf mich zu. Ich spüre im Nacken eisige Kälte. Die Hoffnung, dass ich vielleicht überleben werde, schwindet.“ Was klingt wie die Szene aus einem Krimi oder einem Horrorfilm, entstammt der frisch gedruckten Autobiografie „Du mit den traurigen Augen“ von Christina Applegate (54). Die Schauspielerin, die mit 15 als Al Bundys Tochter Kelly in der Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“ Millionen Zuseher zum Lachen brachte, war während der Dreharbeiten gefangen in einer gewalttätigen Beziehung. Es brauchte Jahre und viele bedrohliche Situationen, bis es ihr gelang, sich von ihrem gewalttätigen Partner zu trennen.
Die fesche Blondine, die immer strahlend und fröhlich wirkt, blickt mit ihren 54 Jahren auf viele schwere Momente zurück. Aufgewachsen bei ihrer heroinabhängigen Mutter, der Vater hatte die Familie früh verlassen, erlebt sie als Kind häusliche Gewalt, Missbrauch durch ein älteres Mädchen mit fünf Jahren, leidet an Essstörungen und muss schon früh durch Jobs die Familie über Wasser halten. Als Kelly Bundy wird sie 1987 weltberühmt, später zeigt sie in „Samantha Who?“ und „Dead to Me“, dass ihr Talent weit über diese Rolle hinausreicht.

Diagnose Brustkrebs
2008 dann der erste Tiefschlag. Sie erhält die Diagnose Brustkrebs. Die Erkrankung wird früh erkannt, doch sie entscheidet sich für eine Mastektomie. Applegate wird zur Botschafterin für Vorsorge und rückt genetische Risiken ins Bewusstsein. Doch auch privat gibt es Brüche. Ihre erste Ehe mit einem Kollegen endet 2007. Fünf Jahre später heiratet sie den Musiker Martyn LeNoble, 2011 wird Tochter Sadie geboren – ein Lichtstrahl in einer Zeit, die von Sorge um ihre Gesundheit geprägt ist.
2021 der nächste Schock: Während der Dreharbeiten zu „Dead to Me“ erhält sie die Diagnose Multiple Sklerose, eine chronische Erkrankung des Nervensystems. Schmerzen, Erschöpfung und Lähmungen verändern alles. Den Dreh zieht sie noch durch, bevor sie 2022 ihre Karriere beendet. Erneut spricht sie offen über Tage, an denen der Griff zum Wasserglas schwerfällt – kein künstliches Heldentum, sondern ihr Wunsch, die Wirklichkeit nicht zu beschönigen.
Viele Stunden verbringt sie im Bett, die Krankheit ist kräftezehrend. Nach einem langen Klinikaufenthalt meldet sie sich blond, schmal und strahlend im August auf Instagram bei ihren Fans zurück – mit neuem Look und jenem trockenen Humor, der sie seit jeher auszeichnet.
Halt, Lebensmut und Perspektive findet sie in der Beziehung zu ihrer Tochter Sadie (15), Ablenkung in ihrem Podcast „MeSsy“, den sie mit der ebenfalls mit MS lebenden Schauspielerin Jamie-Lynn Sigler moderiert. Für ihre Gastrolle als Rachels Schwester Amy in „Friends“ gewinnt Applegate 2024 einen Emmy. Bei der Gala tritt sie mit Gehstock auf – und erntet nicht nur für den Preis Standing Ovations, sondern für Haltung, Mut und Stärke.
Jetzt zum Stargeflüster-Newsletter anmelden
Promi-News aus Österreich und der Welt: Wöchentlich über die wichtigsten Neuigkeiten Ihrer Stars informiert werden. Vom Blick in die europäischen Königshäuser, aktuellen Skandalen aus dem Netz bis hin zum neuesten Klatsch und Tratsch aus Hollywood. Wir blicken für Sie hinter die Kulissen - kostenlos jeden Sonntag in Ihrer Mailbox. Hier geht‘s zur Anmeldung.