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IT-Firma in Feldbach: „Die Cyberangriffe werden mehr und professioneller“

Beim ACP-Standort in Feldbach dreht sich alles um Netzwerk- und Sicherheitslösungen. ACP-Süd-Geschäftsführer Hubertus Seeberger betont, wie wichtig Prävention ist.

© ACP IT Solutions
ACP IT Solutions in Feldbach legt einen Fokus auf Informatik und Cybersicherheit
Jonas Rettenegger
Redakteur Regionalredaktion Feldbach

Noch gut in Erinnerung dürfte einigen Südoststeirern der Cyberangriff auf die Stadtgemeinde Feldbach im Jahr 2022 sein. Hacker hatten einen Verschlüsselungstrojaner eingeschleust und eine hohe Summe an Lösegeld gefordert. Die Aufregung war groß. Seither hat sich viel getan, nicht nur eröffneten diverse KI-Werkzeuge Angreifern neue Möglichkeiten, sie wurden zudem professioneller.

„Es gibt so viele und so professionelle Angriffe wie noch nie“, bestätigt auch Hubertus Seeberger gegenüber der Kleinen Zeitung. Der Geschäftsführer des IT-Dienstleisters ACP IT Solutions in Graz steht auch dem Feldbacher Standort vor. Die Unternehmensgruppe ACP ist im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv und besteht seit 1993. Vom kleinen IT-Start-up entwickelte man sich zu einem Dienstleister mit breitem Angebot und international tätigen Großkunden.

© Christian Radl
Hubertus Seeberger, CEO von ACP Süd, kümmert sich mit seinem Team um Hybrid Clouds und Datacenter, Netzwerk- und Sicherheitslösungen sowie Managed Services

Feldbach als Zentrum der Cybersicherheit bei ACP

In Feldbach widme man sich vor allem Netzwerk- und Sicherheitsthemen, erklärt Seeberger. Herzstück sei das Security Operations Center (SOC), wo ein Team seit 2019 in Echtzeit sicherheitsrelevante Ereignisse überwacht, analysiert und bearbeitet.

Nicht nur im Ernstfall eines Cyberangriffs reagiert das Expertenteam, sondern vor allem wird präventiv an der Sicherheit von zahlreichen Kunden gearbeitet. „In der IT-Security gilt: Prävention ist günstiger“, so Seeberger. Gerade dieses Verständnis sei bei einigen mittelständischen Unternehmen noch nicht ganz durchgesickert, ist der ACP-Süd-Geschäftsführer sicher.

Europa hinkt technologisch hinterher

Während früher meist die Website verloren war, arbeiten Hacker heute mit Lösegeldforderungen und dem Datenverkauf. Etwa 25 Großkunden vertrauen deshalb auf Seebergers Team, um sich genau davor zu schützen. Andere wiederum nehmen die Optimierung der Unternehmensprozesse und -netzwerke in Anspruch. Das Network Operations Center (NOC) stellt sicher, dass das Netzwerk des Kunden immer funktioniert. Sowohl NOC als auch SOC bilden sich aus Feldbacher Angestellten sowie Mitarbeitenden anderer ACP-Standorte.

© ACP IT Solutions
Johannes Niederl, Hubertus Seeberger und Alexander Neubauer (v. l.) kümmern sich um Netzwerk- und Sicherheitslösungen

ACP entwickelte europäisches KI-Betriebssystem

„Allgemein hinkt Europa ziemlich hinterher. Das sieht man, wenn die USA Handelskrieg führen oder hat man auch bei der Chip-Krise gesehen. Viele unserer Kunden wollen unabhängig von den USA sein“, beschreibt Seeberger aktuelle Entwicklungen. Auch die Künstliche Intelligenz bringt neue Möglichkeiten mit sich, da müsse man als IT-Unternehmen am Ball bleiben. So entwickelte man mit dem Softwarespezialisten Arc9 „OAK“, ein eigenes „KI-Betriebssystem“, mit dem man Prozesse KI-gestützt abbilden könne.

Dabei achtete man besonders darauf, dass die Daten vor Ort bleiben. Will ein Nutzer, der mit sensiblen Personendaten arbeitet, eine KI-Anwendung einsetzen, würden diese dank lokaler KI-Modelle und entsprechender Infrastruktur „im Haus“ bleiben, erklärten die Projektleiter der Kleinen Zeitung.

Für solche großen Projekte braucht es ein motiviertes Team. Etwa 180 Mitarbeitende zählt ACP Süd in Klagenfurt, Graz und Feldbach. Schwierig sei die Suche nicht, betont Seeberger: „Wir haben so viele geile Jobs. Man rennt uns die Tür ein.“