Freund wegen Schulden eingesperrt: Zwei Jahre Haft für Steirerin
31-Jährige bekam Schulden nicht zurückbezahlt, also sperrte sie ihren Bekannten kurzerhand in ihrer Wohnung ein.
„Es war eine verzweifelte Reaktion, ein Kurzschluss aus Frustration. Sie hatte einfach das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein“, sagt der Verteidiger der Frau. 600 Euro, die eine Steirerin gutgläubig verliehen hatte, waren der Auslöser für die Freiheitsentziehung in einer Grazer Wohnung.
„Er war ja eh nur zehn bis 15 Minuten eingesperrt“, meint die 31-Jährige bei ihrem Prozess am Grazer Straflandesgericht, „ich hab‘ dann selber wieder aufgesperrt. Es tut mir wahnsinnig leid.“ Dennoch: „Auch zehn Minuten sind zu lang“, hält Richter Martin Heissenberger fest. Auch die Staatsanwältin kann die Tat nicht kleinreden: „Die Angeklagte wollte ihm damit sagen, dass er Stunden, wenn nicht Tage in der Wohnung eingesperrt verbringen muss, wenn er seine Schulden nicht bezahlt.“
Raub mit Schlagringmesser
Es ist nicht das einzige Delikt, das der aus der U-Haft vorgeführten Frau vorgeworfen wird. Mit einem Schlagringmesser soll sie ihren Dealer attackiert haben. „Auch hier steckt keine große kriminelle Planung dahinter“, wirft die Verteidigung ein, „es geschah aus Wut und Enttäuschung heraus.“ Der Dealer habe für den „Stoff“ nämlich mehr in Rechnung gestellt, als dann an Ware ausgehändigt worden ist. „Ich will mich gar nicht als Opfer darstellen, aber ich habe sicher nicht versucht, auf ihn einzustechen. Ich kann, als mir alles bewusst wurde, gar nicht sagen, wie leid mir das getan hat.“ Der Richter hält dagegen: „Mit einer Waffe anzugreifen, ist schon massiv.“
Schwerer Raub ist ein Kapitalverbrechen. Immerhin haben Sie ein reumütiges Geständnis abgelegt.
— Martin Heissenberger, Richter
Wegen Nötigung, Freiheitsentziehung und schwerem Raub wird die 31-Jährige zu zwei Jahren Haft verurteilt. „Ich bin bereit, alle Weisungen zu erfüllen“, nimmt die Frau den Schuldspruch an. „Mein Ziel ist, wieder vom Suchtgift wegzukommen und einen Job zu haben.“ Die ersten Schritte sind getan, eine stationäre Therapie wird bereits absolviert.