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Wie Villacher Fachwissen ältere Menschen vor Hitze schützen soll

Das Klinikum Villach brachte seine Praxiserfahrung in ein europäisches Bildungsprojekt ein. Entstanden sind 14 Lernmodule zu Klimawandel und gesundem Altern.

Eine Pflegefachkraft hält die Hand einer alten Person, die in einem Krankenbett liegt
© Markus Traussnig
Das Klinikum Villach war maßgeblich am Projekt beteiligt
Autorenbild Alexandra Pöcher
Regionalbüro Villach

Wenn ältere Menschen an heißen Tagen ihre Wohnung nicht mehr verlassen können, wird Hitze auch zur Frage sozialer Kontakte. Dazu kommen gesundheitliche Belastungen und ganz praktische Fragen: Wie müssen Medikamente im Sommer gelagert werden? Und welchen Einfluss können hohe Temperaturen auf ihre Wirkung haben? Mit solchen Themen beschäftigte sich in den vergangenen drei Jahren das europäische Erasmus+-Projekt „chAnGE“, das Klimawandel und gesundes Altern miteinander verbindet. Das Klinikum Villach hat dazu Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag beigesteuert: „Klimawandel ist für ein Krankenhaus kein abstrakter Begriff mehr“, sagt Projektmitarbeiterin Roswitha Schipfer im Gespräch mit der Kleinen Zeitung.

© KK
Vier Mitarbeitende des Klinikums Villach waren an dem Projekt beteiligt

Ältere Menschen seien dabei eine besonders verletzliche Gruppe. Zunehmende Hitzetage und die damit verbundenen Belastungen für das Herz-Kreislauf-System beschäftigen deshalb auch jene, die sie betreuen, pflegen oder medizinisch versorgen. Genau hier setzt das Projekt an: Es soll Fachkräften Wissen vermitteln, das sie im Umgang mit den Folgen des Klimawandels benötigen. Eine entsprechende Weiterbildungsmöglichkeit habe bisher aber europaweit gefehlt, erklärt Schipfer.

Villach brachte den Klinikalltag mit ein

Für das Projekt arbeitete ein Konsortium aus Universitäten, Fachhochschulen und berufsbildenden Einrichtungen aus Österreich, Irland, Portugal, Finnland und Griechenland zusammen. In Kärnten waren die CU Kärnten und das Klinikum Villach beteiligt. Ihre Aufgabe beschreibt Schipfer so: „Wir in Kärnten waren die Schnittstelle zwischen Praxis und Forschung.“ Die Inhalte sollten für die Teilnehmenden einen nachvollziehbaren Bezug zum Berufsalltag haben. Entstanden sind 14 digitale Lernmodule. An deren Entwicklung wirkten Fachkräfte, Lehrende, Forschende und Menschen aus der Praxis ebenso mit wie ältere Personen selbst. Es ging damit auch um die Erfahrungen jener, die von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sind.

Wissen soll in der Betreuung ankommen

Ob die Module tatsächlich Wissen vermitteln, wurde im Projekt ebenfalls überprüft. Laut Schipfer berichteten Teilnehmende, dass sie das Gelernte unmittelbar in ihren Arbeitsalltag einbauen konnten. Im nächsten Schritt können die Module für unterschiedliche Bildungseinrichtungen angepasst werden. Einsetzen lassen sollen sie sich in einem breiten Feld des Gesundheits- und Sozialwesens – „von der Heimpflege bis zum Apotheker“, erklärt Schipfer. Das Ziel: Wer ältere Menschen begleitet und versorgt, soll klimabedingte Belastungen besser erkennen und im eigenen Arbeitsbereich darauf reagieren können.