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Ferlachs Christoph Hölzl: „Wir Athletiktrainer sind verpönt“

Dank seiner fundierten Expertise bringt der Kärntner Christoph Hölzl (44) die Ferlacher durch innovative Trainingsmethoden auf ein neues Level. Am Samstag (19) wartet im European Cup auswärts HC Alkaloid.

© GEPA
Das nennt man vollen Einsatz
Denise Maryodnig
Redakteurin Sport

Einige Ferlacher Handballer kommen aus dem Schwärmen kaum heraus, wenn sie auf das Athletiktraining angesprochen werden. Für Christoph Hölzl ein klares Zeichen: „Für die Jungs wird es intensiver werden, denn wenn sie sich begeistert zeigen, ist es zu locker“, meint der Kärntner mit einem breiten Lächeln. Der 44-Jährige weiß, wie er seine Schützlinge fordert. Mit Physiotherapeut Manuel Weinberger und Masseur Oliver Miklin sorgt er dafür, dass die Ferlacher fit bleiben und die Doppelbelastung bislang kaum Spuren hinterlässt.

Doch wer ist der Mann, der hinter den Kulissen an den körperlichen Grundlagen arbeitet? Der Klagenfurter ist ein ehemaliger langjähriger Berufsoffizier und hauptberuflich als Sportlehrer sowie Sportkoordinator in der Bildungsdirektion tätig. Dort verantwortet der Quereinsteiger die Bezirks- und Bundesmeisterschaften sowie den Schulsportbereich über den Wettkampfsport hinaus. Seit zwei Saisonen betreut der ehemalige Volleyballer in Ferlach sowohl den Nachwuchs als auch die Kampfmannschaft.

© Ferlach
Athletikcoach Christoph Hölzl

Dass Athletiktraining bei Ballspielern nicht immer für Begeisterungsstürme sorgt, weiß er nur zu gut. „Wir Athletiktrainer sind verpönt, da wir ohne Ball arbeiten und das bei Ballspielsportlern nicht gerade ihr Lieblingstraining ist. Manchmal werden die Augen verdreht, wenn sie sehen, dass ich in die Halle komme.“ Doch die anfängliche Skepsis weicht der Erkenntnis, dass sich die harte Arbeit bezahlt macht. „Die Jungs zehren von diesem Training, weil sie Mitte der Saison merken, dass sie im Spiel länger durchhalten und schneller regenerieren.“ In der Vorbereitung stehen Grundlagen, Ausdauer und Kraft im Mittelpunkt. Dabei gibt es kein Training von der Stange: „Jeder hat seine Stärken und Defizite, dementsprechend versuchen wir auch individuell auf sie einzugehen. Manche muss ich teilweise sogar bremsen, da sie sonst ins Übertraining reinfallen.“

Fordern, ohne zu überfordern – diese Balance gehört für Hölzl zum Alltag. Ein klarer Ton sei im Leistungssport „part of the game“, bei den Nachwuchsspielern ebenso wie bei den „Großen“. Trotzdem darf der Spaß nicht auf der Strecke bleiben. „Ansonsten hast du die Spieler nicht auf deiner Seite. Eine rein diktatorische Schiene würde nicht funktionieren. Ein gewisser Ernst muss dahinter sein und das wissen die Spieler auch. Was ich gar nicht mag, sind Ablenkungsmanöver.“

„Man muss auch einmal Grenzen setzen“

Ein Blick auf so manchen kräftigen Oberkörper lässt erahnen, dass bei mangelnder Einsatzbereitschaft auch einmal ein zusätzliches Liegestützpensum wartet. Die nötige Disziplin wird bereits im Nachwuchs vermittelt. „Da wir als SC Ferlach ein Leistungsverein sind und auf die erste Mannschaft hintrainieren, muss man auch einmal Grenzen setzen.“ Wo diese liegen, bleibt allerdings vereinsintern, denn es zählt das Zusammenspiel aller Beteiligten. „Das gesamte Trainerteam mit der Reha-Abteilung harmoniert sehr gut. Ziel ist es, dass wir durch gezieltes Athletiktraining so wenige Verletzungen wie möglich über die ganze Saison haben.“

Doch wer andere in Bewegung hält, muss auch den eigenen Alltag gut organisieren. Hölzl weiß, dass sein Tag ebenfalls nur 24 Stunden hat. Als Familienvater setzt er deshalb auf gutes Zeitmanagement. „Es ist eine Gratwanderung, ein zweischneidiges Schwert, doch mein Vorteil ist, dass meine zwei Kids auch in Ferlach Handball spielen. So kann ich es gut kombinieren.“

Auf Spielertrainer Patrik Leban, Florian Ploner und Co. wartet nun ein echtes Mammutprogramm. Die Mannschaft von Coach Miro Barisic fühlt sich dafür aber bestens gerüstet. Für Hölzl liegt der Schlüssel jedoch nicht allein in Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer, sondern vor allem im Miteinander. „Wir treten als Gemeinschaft, als Familie auf. Nur als Kollektiv ist vieles möglich.“