Eine Stadt namens XYZ
Eine Sport-Stadt a. D. will künftig kein Geld mehr in den Spitzensport stecken.
Wie gut kannten Sie vor dem Aufstieg des ortansässigen Fußballklubs zu nationaler und nun auch internationaler Relevanz Bournemouth? Das milde Klima und die Lage an Englands Südküste inklusive kilometerlanger Sandstrände sind schlagkräftige Argumente, dass es sich natürlich um keinen unbekannten Ort handelt. Aber sagen wir so: Die Metamorphose des AFC Bournemouth erst in einen Premier-League-Verein und nun auch in einen Europacup-Starter hat der Bekanntheit der 200.000-Einwohner-Stadt nicht geschadet, sie im Gegenteil mutmaßlich für ein neues Publikum auf die Landkarte gebracht.
In dieser Woche wurde sie von zahlreichen Fans aus einer Stadt namens XYZ bereist. Der ortsansässige Fußballklub SK Sturm tourt generell schon seit Jahren durch Europa und nahm diesmal den – an finanziellen Mitteln ohnehin ungleichen – Kampf mit den Premier-League-Millionen auf.
Man kann vieles behaupten, aber nicht, dass die Stadt XYZ nichts vom Wirken ihrer Profisportvertreter hat. Je besser die Voraussetzungen für sportliche Erfolge sind, desto höher ist die Chance auf den entsprechenden Werbewert für XYZ. Am Sonntag elektrisiert wieder das Derby in XYZ die Massen. Von der gesellschaftlichen Bedeutung Sturms, des Athletik-Sportklubs 1902, der 99ers und all der anderen in XYZ tätigen Vereine ganz zu schweigen.
Nur weil sich dies eine Sport-Stadt a. D. nichts mehr kosten lassen will, heißt es nicht, dass es keinen Wert mehr hat.