Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Kärntner Ehepaar besiegelte seine Liebe in China

Richard Diederich und Xian Li aus St. Kanzian haben über Kontinente hinweg zueinandergefunden. Neben einer Hochzeit in Kärnten gab es die standesamtliche Trauung in Peking.

Eine Braut und ihr Bräutigam halten vor einem roten Vorhang ihre Hände
© KK/Privat
Xian Li und Richard Diederich haben sich in Peking das „Ja-Wort“ gegeben
Eva Kapeller
Redakteurin der Regionalredaktion Völkermarkt/Lavanttal

Während der IT-Techniker Richard Diederich (55) aus St. Kanzian im Oktober 2023 eigentlich auf der Suche nach Geschäftskontakten in China war, fand er plötzlich auch seine große Liebe: Xian Li (39), die in der Finanzbranche tätig ist. Aus dem beruflichen Kontakt wurde rasch mehr. Über „WeChat“, eine in China weitverbreitete Kommunikationsplattform, schrieben die beiden täglich, telefonierten und sahen einander bei Videoanrufen. Obwohl Tausende Kilometer zwischen ihnen lagen, wuchs die Verbundenheit.

Da haben wir gleich gemerkt, das passt.

— Ehepaar Diederich-Li

Im Dezember 2023 trafen sie einander schließlich persönlich in Peking. Zwei Wochen verbrachten sie zusammen. „Da haben wir gleich gemerkt, das passt“, erzählt das Ehepaar. Mitte Jänner kehrte er zurück in die Heimat, doch noch ohne Xian Li an seiner Seite. Danach folgten Überlegungen, wo die beiden ihre gemeinsame Zukunft aufbauen könnten. Schließlich fiel die Wahl auf Kärnten und heute ist St. Kanzian ihr gemeinsames Zuhause. Natürlich folgte auch der Heiratsantrag – und Xian sagte sofort ja. Weil die erforderlichen Dokumente für eine Hochzeit in Österreich aufwendig zu beschaffen gewesen wären, entschieden sich die beiden, gleich in China zu heiraten.

1 / 3
Das frisch vermählte Paar in Peking
Das frisch vermählte Paar in Peking © KK/Privat

Nach dem Besuch bei der österreichischen Botschaft ging es zum chinesischen Standesamt. Dort mussten zahlreiche Formulare auf Chinesisch ausgefüllt werden. „Besonders das Nachziehen der chinesischen Schriftzeichen war doch eine Herausforderung“, sagt der Bräutigam mit einem Lachen. Besiegelt wurde die Eheschließung mit einem roten Fingerabdruck und kurz darauf hielten beide ihre roten Heiratsbüchlein in den Händen – die offizielle Urkunde ihrer Verbindung. „In China gibt es nicht das klassische ‚Ja, ich will‘, dort geht alles ziemlich schnell.“

Damit die Dokumente auch in Österreich anerkannt werden können, müssen sie übersetzt und entsprechend beglaubigt werden. Nach der Trauung gingen Richard und Xian in Peking essen. Während sie auf die Übersetzungen warteten, erkundeten sie die Stadt für ein paar Tage und trafen sich – so wie jedes Mal – mit Xians Vater. Für Richard war es bereits der sechste Besuch in China – diesmal jedoch mit einer ganz besonderen Bedeutung. Künftig möchten die beiden den gemeinsamen Familiennamen Diederich-Li tragen. Die dafür notwendigen Formalitäten in Österreich stehen noch an.

1 / 2
Die „kirchliche Segnungsfeier“ in Kärnten
Die „kirchliche Segnungsfeier“ in Kärnten © KK/Privat

Für mehr als nur einen Fingerabdruck sorgte im Vorfeld am 28. Mai 2026 in Kärnten eine „kirchliche Segnungsfeier“, bei der Freunde und Familie mit dabei waren. „Da wir beide geschieden sind, war eine kirchliche Eheschließung im klassischen Sinn nicht möglich.“ Heute genießen die beiden ihr Leben in Kärnten. Xian, die zuvor in der Millionenmetropole Peking gelebt hat, schätzt besonders die Berge und die Landschaft. Reisen ist eine ihrer großen Leidenschaften, weshalb es keine klassische Flitterwochen gab. Im Alltag sprechen sie häufig Englisch, während Xian Deutsch lernt. Wichtig ist ihnen vor allem, füreinander da zu sein, gemeinsame Interessen zu pflegen und sich aufeinander verlassen zu können. „Wir sind das perfekte Team.“

1 / 3
Gemeinsame Zeit in China
Gemeinsame Zeit in China © KK/Privat

Neben ihrer Beziehung verbindet Richard und Xian ein besonderes soziales Engagement. Gemeinsam gründeten sie den Verein „DiLi – Center of Computer Science“. Sie sammeln ausgediente Computer und Laptops von Unternehmen und Privatpersonen, bereiten diese technisch auf und geben sie kostenlos an Menschen und Familien weiter, die sich ein solches Gerät nur schwer leisten können. Ihre Geschichte begann mit einer Suche nach Geschäftskontakten und endete mit der großen Liebe.