Von Eintritt bis Time-Slots: Was 2026 bei „Klanglicht“ anders ist
„Klanglicht“ zieht zurück aufs Gelände von Schloss Eggenberg – aus Budgetgründen, aber auch, um Gästen ein intimeres Erlebnis bieten zu können.

Ende Oktober füllen kreative Installationen Graz wieder mit Licht und Musik. Doch 2026 ist beim Kunstfestival „Klanglicht“ vieles anders. Intimer soll es diesmal sein, ein Ort zum Entschleunigen, wie die kuratorische Leiterin Birgit Lill-Schnabl und Judith Wille von den Bühnen Graz sagen. Das Festival kehrt, wie schon 2021, auf das Areal von Schloss Eggenberg zurück und aus einem Festivalwochenende werden zweieinhalb Wochen. Von 23. Oktober bis 7. November leuchten die Arbeiten internationaler Künstler um die Wette.
Gründe hat der Wegzug aus der Innenstadt mehrere, wie Lill-Schnabl zugibt. Wie in vielen Kulturbereichen leidet auch das beliebte Lichtfestival unter Einsparungen. Die Bühnen Graz, Schirmherren des Festivals, haben das Budget um 50 Prozent reduziert. „Das hat uns natürlich vor große Herausforderungen gestellt“, so die kuratorische Leiterin. Positiv: „Unsere langjährigen Sponsoren aus dem Wirtschaftsbereich sind uns alle treu geblieben und konstant dabei.“ Die Konsequenz: Das Festival wird kostenpflichtig.

Mehr Zeit zum Genießen
Schon in Vorjahren habe man für ausgewählte Installationen Eintritt verlangt, so Lill-Schnabl. Um 2026 auf das Festivalgelände zu kommen, werden nun Tickets verkauft und Time-Slots vergeben. 19 Euro kostet der Eintritt für Erwachsene im Vorverkauf, an der Abendkasse sind es 24 Euro. „Jugendliche zahlen die Hälfte, Kinder bis sieben Jahre kommen gratis hinein.“
Wir hatten 2025 am letzten ,Klanglicht‘-Abend 50.000 Besucher, was uns auf der einen Seite natürlich freut, gleichzeitig kann man die Installationen nicht mehr in ihrer vollen Pracht wahrnehmen
— Birgit Lill-Schnabl, Kuratorische Leiterin
Mit dem Einsatz von Time-Slots wolle man zudem die Besucherströme besser leiten, erklärt die Leiterin. „Wir hatten 2025 am letzten ,Klanglicht‘-Abend 50.000 Besucher, was uns auf der einen Seite natürlich freut, gleichzeitig kann man die Installationen so gar nicht mehr in ihrer vollen Pracht wahrnehmen.“ Im öffentlichen Raum sei eine derartige Menschenmenge noch stemmbar, das sei am Areal von Schloss Eggenberg aber in der Form nicht möglich. Der Einsatz von Tickets, die längere Festivaldauer und die Time-Slots sollen in Kombination dazu führen, dass Besucherinnen und Besucher das Festival mehr genießen können, so die Willes und Lill-Schnabls Hoffnung.

Klanglicht 2026
Wann? Von 23. Oktober bis 7. November
Kosten? 19 Euro im Vorverkauf, 24 Euro an der Abendkasse; Jugendliche zahlen die Hälfte, Kinder bis sieben Jahre sind gratis
Time-Slots können online gebucht werden.
Lichterberge zum Angreifen
Zu sehen gibt es viel, freut sich die kuratorische Leiterin. Ein Höhepunkt in ihren Augen: „Die Whispering Mountains werden Groß und Klein anziehen.“ Die gebirgsförmigen, aufblasbaren Gebilde des Studios Eness ziehen in den Innenhof des Schlosses ein, dürfen angefasst und umarmt werden. „Vor allem für Kinder ist so etwas toll, schließlich ist das Motto bei Kunst so oft ,Bitte nicht anfassen‘. Hier wird genau um das Gegenteil gebeten.“

Die Lichterberge zum Anfassen sind nur eine Installation von 14. Auch die Innenräume des Schlosses werden Teil von „Klanglicht“. „Sowohl in der Sakristei, als auch in der Kapelle und im Planetensaal wird es Lichtinstallationen geben“, so Lill-Schnabl. Ein „Floral Forest“ zieht in den Pavillon ein. Thematisch dreht sich alles um ein Gut, „von dem wir immer zu wenig haben“, wie Wille es formuliert: Zeit. Ob das Festival irgendwann wieder in die Innenstadt zieht? Das steht in den Sternen. „Wünschen würde ich es mir“, so Lill-Schnabl.