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Nach „Hitler-Video“: Lienzer Schüler für zwei Wochen suspendiert

Die zwei beteiligten HTL-Schüler befinden sich in pädagogischer und psychosozialer Begleitung. Das Video sollte Werbung für eine Schulsprecherwahl an der HTL Lienz machen.

Ein Schild mit der Aufschrift HTL Lienz vor dem Schulgebäude
© Andre Schmidt
Der Vorfall rund um ein Video zur Schulsprecherwahl wurde am Montag publik
André Schmidt
Redakteur Regionalredaktion Osttirol

Wie konnte es so weit kommen? Noch immer sind viele Fragen rund um ein auf der Plattform TikTok hochgeladenes Video eines Schülers der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) Lienz offen. Der Jugendliche wollte mit dem Video für seine Wahl zum Schulsprecher werben. Seine eigene Motivation („weniger Stress an der Schule“, „mehr Gemeinsamkeit“) unterlegte er mit einer Rede von Adolf Hitler. Diese hielt der Diktator im November 1933 vor Siemens-Arbeitern in Berlin. Mit den im, inzwischen gelöschten, Video zu hörenden Passagen diffamierte Hitler die jüdische Bevölkerung. Die Kleine Zeitung hatte am Dienstag berichtet.

Nachdem eine Anzeige bezüglich des Videos bei der Polizei eingegangen war, ermittelt diese – auch wegen des Verdachts der Wiederbetätigung. Der Staatsschutz ist seit Wochenbeginn ebenfalls involviert. Der Schüler sowie ein weiterer Schüler, der am Dreh des Videos beteiligt gewesen sein soll, wurden umgehend von der Bildungsdirektion Tirol suspendiert. HTL-Schuldirektor Alexander Kröll präzisiert dies nun gegenüber der Kleinen Zeitung: „Die beiden Schüler wurden für zwei Wochen suspendiert. Während dieser Zeit erfolgt eine pädagogische und psychosoziale Begleitung im Rahmen der Suspendierungsbegleitung.“

Verpflichtende Unterstützungsmaßnahme

Diese Suspendierungsbegleitung ist eine verpflichtende Unterstützungsmaßnahme für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund einer akuten Gefährdungssituation („Gefahr im Verzug“) vorübergehend vom Schulbesuch ausgeschlossen werden müssen. Grundlage ist der Paragraph 44 im Schulgesetz. Beim Bildungsministerium heißt es dazu unter anderem: „Ziel ist es, die betroffenen Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit nicht alleine zu lassen, sondern sie gezielt zu begleiten. Dadurch soll der Lernprozess weitergeführt und eine möglichst gelingende Rückkehr in den Schulalltag vorbereitet werden.“ Außerdem sollen sie Verantwortung für ihr Handeln, welches zur Suspendierung geführt hat, übernehmen.

Schulleiter: „Zahlreiche präventive Maßnahmen gesetzt“

Kröll weist darauf hin, dass er zum laufenden Ermittlungsverfahren nichts sagen darf: „Die Causa wird ausschließlich von der Presseabteilung der Bildungsdirektion kommentiert.“ Für den Schulleiter ist dennoch klar, dass auch Maßnahmen innerhalb der Schule umgesetzt werden müssen: „Dazu werde ich nähere Informationen bekannt geben, sobald ich die entsprechende Freigabe durch die Bildungsdirektion erhalte.“ Kröll betont, dass man abseits des konkreten Falls in den vergangenen Jahren „zahlreiche präventive Maßnahmen gesetzt“ habe und diese Bemühungen weiter intensivieren wird. „Dennoch lassen sich trotz umfassender Aufklärungsarbeit und Präventionsmaßnahmen Fehlverhalten einzelner Personen nie gänzlich ausschließen.“