50 Jahre Lebenshilfe: „Hoffe, dass Inklusion einmal selbstverständlich wird“
Die Lebenshilfe Region lud zur Jahreshauptversammlung. Gegründet wurde die Einrichtung im Jahr 1976, heute zählt man rund 360 Mitarbeitende.

Bei der Jahreshauptversammlung der Lebenshilfe Region Judenburg stand nicht nur das 50-jährige Bestehen im Mittelpunkt, sondern vor allem ein umfassender Rückblick auf die Tätigkeiten des vergangenen Jahres.
1976 von engagierten Eltern ins Leben gerufen, zählt die Lebenshilfe heute mit ihren 19 Standorten und rund 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern in der Region. Seit dem Frühjahr gibt es mit Sandra Rinofner und Reinfried Lienzer ein neues Führungsduo (wir berichteten).
Klare Vision
Bei der Versammlung zog die Geschäftsführung eine Leistungsbilanz über die Angebote in den Bereichen Wohnen, Tagesbegleitung, Ausbildung und Arbeit. Eingegangen wurde auch auf Leitprojekte wie den Murkauf, das Bistro am LKH, den Lebensladen oder das Restaurant Neuer Marktwirt. „Am meisten stolz bin ich auf unsere lebendige Organisation, auf die vielen helfenden Hände und das engagierte Team im Hintergrund“, betonte Sandra Rinofner. Für die Zukunft formulierte sie eine klare Vision: „Dass wir irgendwann gar nicht mehr von Inklusion sprechen müssen, weil sie zu einer vollkommenen Selbstverständlichkeit geworden ist.“
Auch mehrere Einrichtungen innerhalb der Lebenshilfe feiern heuer runde Jubiläen: die Werkstätten Wasendorf (30 Jahre), Kohlplatz (25 Jahre) und Zeltweg (20 Jahre), das Restaurant Neuer Marktwirt (15 Jahre) und das Wohnhaus Fohnsdorf (5 Jahre).
Ein emotionaler Höhepunkt war die Verleihung des „Award der Lebenshilfe Region Judenburg 2026“, der alljährlich an ein anderes Kooperationsprojekt vergeben wird. Die eigens dafür aus Zirbenholz gefertigte Skulptur stammt aus der Hand des renommierten Künstlers Rudi Hirt.
Landjugend trifft auf Lebenshilfe
Heuer ging diese Auszeichnung an die Landjugend Weißkirchen für ihr Projekt „Landjugend meets Lebenshilfe“ in Kooperation mit der Werkstätte Kohlplatz. Leiterin Magdalena Steinberger und ihre Stellvertreterin Alexandra Moitzi nahmen das kunstvolle Werk stolz entgegen.
Im Rahmen des Projekts arbeiteten die Jugendlichen Hand in Hand mit den Kundinnen und Kunden an handwerklichen sowie kulinarischen Projekten. „Oft braucht es nur eine Begegnung, um Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Wir haben gesehen, mit wie viel Begeisterung gearbeitet wird und wie viel Freude in den kleinen Dingen steckt“, so Steinberger und Moitzi.
Traditionell bildeten die Kundenehrungen den Abschluss: Zahlreiche betreute Personen wurden für ihre langjährige Zugehörigkeit feierlich gewürdigt.
