Appell des Hauser Ortschefs: „Einnahmen müssen in Gemeinde ankommen“
In die hitzige Debatte um die drastische Erhöhung der Nächtigungsabgabe bringt sich auch Matthias Schwab ein. Er pocht auf eine transparente und gerechte Verteilung.
Die überraschende Ankündigung der Landesregierung, die Nächtigungsabgabe mit Juni 2027 von 2,50 auf 4,90 Euro zu erhöhen, hat besonders in der Tourismusregion Schladming-Dachstein hohe Wellen geschlagen. TVB-Vorsitzender Andreas Keinprecht äußerte sich am Mittwoch in der Kleinen Zeitung äußerst kritisch und sprach von einer „untragbaren Vorgehensweise“ sowie einer wirtschaftsschädigenden Maßnahme.
Am Donnerstag meldete sich dazu der Bürgermeister der Gemeinde Haus, Matthias Schwab, zu Wort. Er sagt: „Eine Anpassung der Nächtigungsabgabe wird notwendig sein, fällt jedoch zu hoch aus.“ Stünden doch die Tourismusbetriebe ohnehin mit steigenden Personal-, Energie-, Lebensmittel- und Finanzierungskosten unter hohem Druck, außerdem werde auch über eine Erhöhung der Kosten für die Schladming-Dachstein Card – vulgo Sommercard – beraten.
Unklare Aufteilung
Ein Dorn im Auge ist dem Ortschef die – noch äußerst unklare – Aufteilung der Gelder. Bekannt ist bisher lediglich, dass ein Drittel direkt ins Landesbudget geht, zwei Drittel in die Tourismustöpfe. Schwab fordert: „Wenn von Gästen künftig mehr eingehoben wird, dann muss auch ein größerer Anteil direkt in den Gemeinden ankommen.“ Außerdem müsse die Verwendung der zusätzlichen Einnahmen „transparent dargestellt werden und Investitionen in die Regionen fließen, in denen die Einnahmen erwirtschaftet werden“.
Schwab spricht dabei auf den Fakt an, dass seit der Tourismusreform 2021 Gemeinden für die Erhaltung der Infrastruktur wie Wege, Parkplätze etc. zuständig sind. Der TVB kann diese nur mehr in Form einer Impulsfinanzierung mit bis zu 50 Prozent unterstützen. Für den Bürgermeister ist klar: Nur durch mehr Mittel könnte die von Touristikern oft beschworene Steigerung der Qualität durchgeführt werden. Wie Keinprecht fordert er daher eine Einbindung von Gemeinden, TVB und Unternehmen in die Entscheidung.