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In 4500 Arbeitsstunden zum neuen Pfadfinderheim im Leechwald

Aus einem desolaten Haus im Leechwald wurde der neue Stützpunkt der Pfadfindergruppe Graz 2. Alt und Neu spuckten dafür kräftig in die Hände.

© Alexander Danner
Am Samstag wurde der neue Stützpunkt feierlich eröffnet
Andrea Rieger
Redakteurin Ressort Steiermark | Graz

Wer in den letzten Monaten vom Grazer Hilmteich aus über die Forststraße an der Waldschule und am Gästehaus der TU vorbei bergauf spazierte, konnte den Baufortschritt beobachten: Das heruntergekommene Häuschen am Wegesrand, das seit dem Auszug von „Kleine Wildtiere in großer Not“ aus dem Leechwald leer stand, wurde Schritt für Schritt saniert und ausgebaut. Mittlerweile ist das Gebäude frisch verputzt und leuchtet in Schwedenrot durch den Wald. Aus dem zugewucherten Grundstück rund um das Haus wurde ein großer Garten mit gepflegter Wiese. Das Schmuckstück hat die Pfadfindergruppe Graz 2, die das Gebäude als neues Heim nutzen wird, am Samstag mit einem großen Fest vor Ort eröffnet.

Gefeiert wurde dabei nicht nur, dass eine der sechs Grazer Pfadfindergruppen eine neue Heimstätte gefunden hat, nachdem das Gebäude in der Hilmteichstraße, wo bisher die sogenannten „Heimstunden“ stattfanden, abgerissen werden soll. Gefeiert wurde auch, was man seit Jahresbeginn gemeinsam geschafft hat. „Von den Kindern bis zu den Senioren haben alle mit angepackt, auch viele Ehemalige haben mitgeholfen. 4500 Arbeitsstunden wurden auf diese Weise bis jetzt ehrenamtlich geleistet“, erzählt Andreas Huber-Peter begeistert. Als Bauingenieur und Teil des Elternrats hatte er bei der Koordination des Projekts die Fäden in der Hand.

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Groß und Klein packten bei der Pfadfindergruppe Graz 2 mit an
Groß und Klein packten bei der Pfadfindergruppe Graz 2 mit an © Christine Magerl

„Niemand war sich für irgendeine Arbeit zu schade“

150 Tonnen Schutt wurden zu Beginn der Arbeiten aus dem desolaten Haus und vom Grundstück geschafft. 200 Tonnen Material wurden allein für Geländeanpassungen angeliefert, damit das neue Pfadfinderheim barrierefrei genutzt werden kann. Jung und Alt stemmten, betonierten, schleppten, griffen zu Pinsel, Schaufel und Schubkarre. Nur wo es nicht anders ging, wie bei der Installation der Wärmepumpe, griff man auf Professionisten zurück. „Niemand war sich für irgendeine Arbeit zu schade. So ein Projekt hat uns als Gruppe noch einmal stärker zusammengeschweißt“, unterstreicht Christine Magerl, Obfrau der Pfadfindergruppe Graz 2.

Der Lohn für Mühe und Einsatz ist nicht nur ein Gebäude mit 125 Quadratmetern beheizbarer Fläche, ein 40 Quadratmeter großer überdachter Außenbereich und eine 2000 Quadratmeter große Freifläche mitten im Leechwald. Nachdem die Gruppe (fast) alles in Eigenleistung umgebaut und saniert hat, verzichtet die Stadt in den kommenden 15 Jahren auf Miete. Nur die Betriebskosten müssen die Pfadfinder selbst stemmen.

Spendenaktion läuft noch, zusätzliche Kinder willkommen

Insgesamt schultert die Pfadfindergruppe Graz 2 Kosten von 190.000 Euro für die Sanierung und den Ausbau von Haus und Grundstück. 145.000 Euro hat man durch Spenden bereits aufgebracht. „Wir freuen uns nicht nur über weitere Spenden, sondern auch über zusätzliche Kinder“, unterstreicht Huber-Peter. 60 Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersklassen treffen sich derzeit bei den wöchentlichen Heimstunden, 18 ausgebildete Jugendleiterinnen und Jugendleiter umfasst die Gruppe. Nachdem am neuen Standort mehr Platz zur Verfügung steht, sind Neuzugänge, die gemeinsam Abenteuer erleben wollen, willkommen.

Pfadfinder in Graz

In Graz gibt es derzeit sechs Pfadfindergruppen. In der gesamten Steiermark gibt es rund 4200 Kinder und Jugendliche, die bei den Pfadfindern aktiv sind. Weltweit zählen die Pfadfinder eigenen Angaben zufolge 40 Millionen Mitglieder.