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Hier steht das einzige Schutzgebietszentrum Kärntens

Im Europaschutzgebiet Mannsberg-Boden in Kappel am Krappfeld zeigt ein eigenes Zentrum, warum der Schutz der Natur wichtig ist und welche Schätze direkt vor unserer Haustür verborgen liegen.

Ein Haus in idyllischer Lage.
© Gert Köstinger
Die Umsetzung und Realisierung des Europaschutzgebietszentrums Mannsberg-Boden hat ein Jahr lang gedauert

Das Europaschutzgebiet Mannsberg-Boden in Kappel am Krappfeld umfasst rund 683 Hektar. Zwölf landwirtschaftliche Betriebe wirken an der Bewirtschaftung und Erhaltung dieser besonderen Natur- und Kulturlandschaft mit. Um die Natur den Menschen leicht und verständlich näherzubringen, wurde ein Europaschutzgebietszentrum Mannsberg-Boden erbaut.

„Mir war es immer ein Anliegen, den Leuten näherzubringen, wie wichtig die Natur für uns Menschen ist. Alles lebt im Einklang. Daher habe ich das Zentrum erbaut. Ich hatte damals viele Gegner und es wurden mir viele Steine in die Wege gelegt, aber als wir das Zentrum eröffnet haben, war ich einfach nur stolz“, erklärt der Initiator des Zentrums, Biobauer Hannes Löschenkohl. Das Zentrum befindet sich am Areal des Rambschißlhofes, der Löschenkohl gehört. Rund ein Jahr hat die Umsetzung des Europaschutzgebietszentrums gedauert. 2018 konnte man Eröffnung feiern. In diesem Jahr möchte man vermehrt die Natur, das Europaschutzgebiet und dessen Bedeutung Jugendlichen und Kindern näherbringen.

„Auf Monitoren im Gebäude wird spielerisch erklärt, warum Schutzgebiete notwendig sind, welche Lebensräume unseren Boden prägen, welche Arten im Naturschutzgebiet vorkommen, wie Lebewesen voneinander abhängig sind und welche Folgen der Verlust einzelner Arten haben kann. Schulklassen verbringen hier oft Stunden“, betont der Bauer.

© Gert Köstinger
Hannes Löschenkohl möchte mit seinem Europaschutzgebietszentrum Mannsberg-Boden die Natur den Menschen näherbringen

Doch was macht das Zentrum genau? „Unser Anliegen ist es, nicht nur über Natur- und Artenschutz zu sprechen. Wir wollen zeigen, wie Naturschutz im täglichen Leben, in der Landwirtschaft, in der Bildung und bei persönlichen Entscheidungen praktisch umgesetzt werden kann“, erklärt Löschenkohl und fügt an: „Damit wir das alles unter einen Hut bekommen, haben wir einen Verein gründen müssen.“

Der Verein „Farn“ engagiert sich für Artenvielfalt, Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit und Umweltbildung. „Hört sich alles sehr komplex an, ist es aber nicht. Schulen kommen zu mir, machen hier Workshops. Wir pflanzen Bäume oder sehen uns verschiedene Tiere und Pflanzen an, die man hier findet.“ Und fündig wird man: Seltene Orchideen, besondere Buchenwälder, Libellen und der Alpenbockkäfer sind nur einige der Bewohner, die auf dem Mannsberg-Boden leben. „Teilweise ist es hart, wenn Kinder vorbeikommen und sie nicht einmal einen Baum von einer Blume unterscheiden können.“ Und auch handwerkliche Aufgaben werden den kleinen Besuchern gestellt. „Ich baue mit Schulklassen auch Vogelhäuser, die die Klassen dann geschenkt bekommen. Viele Kinder halten dabei zum ersten Mal einen Hammer in der Hand.“ Geöffnet hat das Zentrum nach Terminvereinbarung. „Entweder telefonisch, per Mail oder über unsere Homepage.“

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Spielerisch und leicht sollen Tiere und Pflanzen den Besuchern nähergebracht werden
Spielerisch und leicht sollen Tiere und Pflanzen den Besuchern nähergebracht werden © Gert Köstinger
© Gert Köstinger
Bei Workshops werden mit Schulklassen Vogelhäuser gebaut

„Der Verein bildet den organisatorischen und inhaltlichen Rahmen für einen wesentlichen Teil unserer Arbeit am Rambschißlhof. Er ist federführend für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Europaschutzgebietszentrums.“ Damit der Landwirt, der seinen Betrieb auch als Hochzeitslocation vermietet, alles unter einen Hut bekommt, ist seit Frühjahr der Althofener Marc Weitensfelder mit an Bord. „Marc übernimmt wesentliche administrative, organisatorische und kommunikative Aufgaben für den Rambschißlhof und die gemeinsamen Aktivitäten mit dem Verein. Er koordiniert Anfragen, Termine, Führungen, Schulbesuche und Veranstaltungen. Dabei steht er mit Schulen, Vereinen, Interessengemeinschaften, Unternehmen und Gästen in Kontakt“, erklärt der Biobauer.

„Wir möchten Kindern und Erwachsenen zeigen, wie vielfältig unsere unmittelbare Umgebung ist. Ebenso ist es unser Ziel, Landwirtschaft als Teil einer lebendigen Kulturlandschaft sichtbarer zu machen. Und wir bieten einen Ort, an dem Bildung, Austausch, Genuss und besondere Feiern möglich sind“, erklärt Weitensfelder.

© Gert Köstinger
Seit Frühjahr ist Marc Weitensfelder für die organisatorischen Aufgaben zuständig

Erwachsene und Kinder

Zusätzlich findet man im Zentrum einen großen Seminarraum. „Firmenjubiläen, Weihnachtsfeiern, Workshops, Klausuren, Präsentationen, Kundenveranstaltungen – wir sind nicht nur ein informatives Zentrum, sondern auch ein Veranstaltungsort. Wir haben wirklich ein breitgefächertes Angebot“, sagt der Löschenkohl mit einem Lächeln.

© Gert Köstinger
Eingegliedert ist das Zentrum am Areal des Rambschißlhofs