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Masken und Torsos: Raymonde Marcher Greinix stellt in Voitsberg aus

Vor wenigen Tagen feierte die Köflacher Künstlerin Raymonde Marcher Greinix ihren 60. Geburtstag. Bis 10. Jänner zeigt sie im Regionalbüro Voitsberg in der Ausstellung „Aus der Verstrickung“ auch noch nie gezeigte Werke.

© KLZ / Rainer Brinskelle
Raymonde Marcher Greinix
Rainer Brinskelle
Teamleiter Regionalredaktion Voitsberg

Die bunten Masken und Torsos sind der neue Blickfang im Voitsberger Regionalbüro der Kleinen Zeitung in der Grazer Vorstadt. Dort gibt die Köflacher Künstlerin Raymonde Marcher Greinix bis 10. Jänner in der Ausstellung „Aus der Verstrickung“ Einblick in ihr vielschichtiges Schaffen. Bekannt ist die Weststeirerin, die am 6. Oktober ihren 60. Geburtstag gefeiert hat, unter anderem für ihre Skulpturen. In den Räumen der Kleinen Zeitung Voitsberg zeigt Marcher Greinix unter dem Titel „Aus der Verstrickung“ Bilder, aber auch Masken und Torsos.

„Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf die Labyrinth-Bilder, die den Titel ,Lebenswege‘ haben. Ihr Inhalt ist eindeutig: Es geht um die Frage, wie viele Umwege wir im Leben gehen, wie oft wir uns fragen, ob wir die richtige Abzweigung genommen haben und ob man im Leben eigentlich nicht woanders hin wollte“, erzählt die Köflacherin. Dass sie Künstlerin wird, hat die Weststeirerin schon früh beschlossen. „Die Faszination dafür war schon immer da.“ So erinnert sich Marcher Greinix an einen Urlaub in Paris in ihrer Kindheit und vor allem die Anfahrt über die Autobahn A4. „Wir sind damals mit dem Auto angereist und da waren eindrucksvolle Skulpturen am Straßenrand. Bald war klar, dass ich den Weg in die Kunstausbildung machen werde.“

Meisterschule für Bildhauerei

Marcher Greinix absolvierte die höhere technische Lehranstalt für bildnerische Gestaltung in Graz, die als Ortweinschule bekannt ist, und danach die Meisterschule für Bildhauerei in Graz. Danach begann die Steirerin ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Bruno Gironcoli, der eine ganze Künstlergeneration prägte, darunter Franz West und Hans Schabus.

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© KLZ / Rainer Brinskelle

Am Anfang sei die künstlerische Arbeit für sie vor allem eine Suche gewesen, erinnert sich Marcher Greinix. „Mit der Zeit wird alles klarer. Ich arbeite vor allem in Serien, und wenn ich da mit einer Arbeit beschäftigt bin, weiß ich schon, was als nächstes kommen wird.“ Dabei gehe es ihr nicht darum, Dinge gegenständlich abzubilden, sondern das festzuhalten, was sich in ihrem Inneren abspiele.

Zur Person

Raymonde Marcher Greinix wurde am 6. Oktober 1966 in Graz geboren. Sie besuchte die höhere technische Lehranstalt für bildnerische Gestaltung (Ortweinschule) in Graz, absolvierte die Meisterschule für Bildhauerei und studierte unter Bruno Gironcoli auch an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Seit 1988 ist die Köflacherin als freischaffende Künstlerin tätig, seit 2010 ist sie auch Mitglied der Kunstvereinigung „Sezession Graz“.

Besondere Ausstellungen: Landesausstellung Glas und Kohle im Schloß Greißenegg in Voitsberg (1988) sowie Landesausstellung Mythos Pferd im Schloss Piber (2003), Personale bei der Kulturnacht Friedrichstadt (Deutschland, 2015), Ausstellung in der Orangerie im Englischen Garten in München (Deutschland, 2017), mehrere Ausstellungsbeteiligungen im Kunsthaus Köflach uvm.

1995: Ankaufspreis der Steiermärkischen Landesregierung.

Weitere Infos: www.raymonde-marcher-greinix.one

In der Ausstellung „Aus der Verstrickung“ zeigt die 60-Jährige 16 Werke, darunter auch mehrere, die bisher noch nie gezeigt wurden. Dazu gehören etwa drei aus Modelliermasse gefertigte, bunte Masken, die an jene fremder Kulturen erinnern. „Dafür habe ich mich schon immer interessiert, aber in meiner Kunst nehme ich keinen Bezug darauf. Mir geht es eher darum, aufzuzeigen, dass wir alle Masken tragen, im beruflichen wie im alltäglichen Leben. Meine Masken sollen aber nichts verbergen, sondern das Innere nach außen kehren“, betont die Künstlerin, die sich über ihre Ausstellung freut. „Das ist natürlich eine tolle Möglichkeit, mich zu präsentieren. Vor allem finde ich es schön, wenn Kunst auch außerhalb des Kunstbetriebs gezeigt wird und so auch Menschen erreicht, die sonst nicht in ein Museum gehen oder mit Kunst in Berührung kommen“, so Marcher Greinix, die seit 38 Jahren als freischaffende Künstlerin tätig ist.

Zu sehen sind im Regionalbüro der Kleinen Zeitung auch zwei Torsos aus Kunststoff, auf die die Köflacherin Satellitenbilder von Wirbelstürmen gemalt hat. „Sie sind das Symbol für die inneren Kämpfe, die wir täglich ausfechten.“ Das Thema Mensch und Umwelt begleitet Marcher Greinix schon seit vielen Jahren. „Wobei mich der Begriff Umwelt stört. Das klingt, als wäre die Welt extern und wir Menschen hätten uns komplett davon abgesondert. Dabei sind wir nur ein Teil des Ganzen.“

Zu sehen sind die Werke bereits, am 4. November um 18 Uhr wird die Ausstellung aber auch mit einer Vernissage eröffnet. Zudem lädt die Kleine Zeitung am 25. November um 18.30 Uhr zu einem Künstlergespräch mit Raymonde Marcher Greinix ein, bei dem alle Interessierten weitere, exklusive Einblicke in das Schaffen erhalten.