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Trotz Rekords bei Studierenden droht Uni der Sparstift

Die Verhandlungen über die Universitätsbudgets gehen ins Finale. In Klagenfurt verzeichnet man neue Rekorde an Studierenden – und fürchtet den Sparstift umso mehr.

© Helmuth Weichselbraun
Im Mai wurde an der Uni bereits gegen die geplanten Budgetkürzungen demonstriert
Thomas Cik
Leiter Kärnten-Ressort

Es bleiben nur mehr wenige Tage. Bis zum 31. Oktober muss geklärt werden, welchen Budgetrahmen die 22 heimischen Universitäten für die Jahre 2028 bis 2030 von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt bekommen. Am Samstag sollen im Rahmen einer Budgetklausur der Bundesregierung die Zahlen geklärt werden. Im Hintergrund wird freilich schon länger verhandelt – im Vordergrund aber auch Stimmung gemacht.

Die Neos-Wissenschaftssprecherin Martina Künsberg-Sarre etwa kritisierte via Kronen Zeitung Studienrichtungen, die zu wenige Studierende hätten. Genannt wurde als Beispiel die Slawistik an der Universität Klagenfurt, ein Masterstudium, in dem es nur noch fünf Studierende geben soll. Eine Behauptung, die sich nur bedingt mit den Tatsachen deckt, denn eigentlich läuft das Masterstudium seit vier Jahren aus. Die letzten Slawistik-Studierenden sind noch in einer Übergangsfrist. „Zusätzliche Kosten entstehen durch sie nicht, es gibt auch keine gesonderten Lehrveranstaltungen“, stellt man an der Universität Klagenfurt klar.

Inhaltlich hat man das Studium längst neu ausgerichtet. Unter dem Titel Cross Border-Studies muss man auch Lehrveranstaltungen in Betriebswirtschaft, Kulturwissenschaft und Geschichte ablegen. Sprachkurse gibt es weiterhin – allerdings nicht nur für diese Studienrichtung. Auch Lehramtsstudierende sitzen in den gleichen Sprachkursen. „Unsere Studien sind stark miteinander verbunden, das ermöglicht den Studierenden sich ein individuelles Profil zu geben und ihre Resilienz am Arbeitsmarkt zu erhöhen“, erklärt Doris Hattenberger, Vizerektorin für Lehre.

© Helge Bauer, AAU
Doris Hattenberger, Vizerektorin für Lehre

Wir ermöglichen es Studierenden, sich ein individuelles Profil zu geben.

— Doris Hattenberger, Vizerektorin für Lehre

Doch wie groß müssen Studienrichtungen nun sein, um sie einzustellen oder fortzuführen? Eine konkrete Antwort bleibt Künsberg-Sarre auf Nachfrage schuldig. „Ein kleines, spezialisiertes Fach kann auch mit wenigen Studierenden sinnvoll sein. Wenn ein Fach mit wenigen Studierenden allerdings an mehreren Standorten angeboten wird, muss man sich die Frage stellen, ob das sinnvoll ist“, sagt die Bildungssprecherin der Regierungspartei. 

50 Millionen sollen gespart werden

Um wie viel Geld – und damit um Arbeitsplätze – es geht, lässt sich leicht berechnen: 20 Prozent Einsparung würden das Streichen jedes fünften Arbeitsplatzes an der Universität Klagenfurt bedeuten. Aktuell zählt man 1751 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Summe würde der derzeitige Plan vorsehen, 50 Millionen Euro in den Jahren 2028 bis 2030 einzusparen. Summen, die man nun in den Verhandlungen abzuwenden versucht. Denn trotz Koralmbahn ist die Uni Klagenfurt aktuell auf einem Erfolgskurs wie noch nie. Bereits jetzt hat man im tagesaktuellen Vergleich um 500 Studierende mehr als im vergangenen Herbstsemester. Man rechnet sogar damit, die Grenze von 14.000 Studierenden zu überschreiten. Selbst bei den Erstsemestrigen zählt man um 300 Inskriptionen mehr als vor einem Jahr. Ein Rekordkurs für die Bildungseinrichtung.

© APA/HELMUT FOHRINGER
Die NEOS-Bildungssprecherin fordert Einsparungen

Studiengänge brauchen eine kritische Größe.

— Martina Künsberg-Sarre, Bildungssprecherin der Neos

Wie hart die Universitäten um Geld ringen, zeigte sich vor wenigen Tagen bei der Herbst-Soirée der Universität Klagenfurt. Rektorin Ada Pellert betonte in ihrer Eröffnungsrede weniger die akademische Exzellenz als vielmehr die Verschränkung mit der Wirtschaft, etwa eingereichte Patente oder die Entwicklung arbeitsmarktnaher Studiengänge.

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Universität Klagenfurt/Helge Bauer

UNI Herbstsoirée 
 Zweite Herbst-Soirée an der Universität Klagenfurt
Universität Klagenfurt/Helge Bauer UNI Herbstsoirée Zweite Herbst-Soirée an der Universität Klagenfurt © KLZ / Helge Bauer

Die Budgetrelevanz dieser Kooperationen zeigt die Wissensbilanz 2025 der Universität: In diesem Jahr wurden fast 7,4 Millionen Euro über Forschungskooperationen eingenommen. Das Jahresbudget lag bei rund 94,6 Millionen Euro.

Die Regierung setzt hier die Innovationsfähigkeit unseres Landes aufs Spiel.

— Ada Pellert, Rektorin der Universität Klagenfurt

Dass es im Wissenschaftsbudget noch Potenzial zu heben gibt, bestreitet keine der Involvierten - wenngleich man auf Augenmaß hofft. Pellert: „Sparen ja, aber nicht einseitig auf Kosten der Universitäten. Die Regierung setzt hier nicht nur die Universitäten, sondern die Zukunft unseres Landes, unsere Innovationsfähigkeit und unsere demokratischen Werte aufs Spiel.“ Künsberg-Sarre spricht dabei auch die Privatuniversitäten an, die letztlich so heißen, aber auch aus öffentlichen Mitteln der Bundesländer finanziert werden - in Kärnten ist etwa die Gustav Mahler Privatuniversität für Musik so ein Fall, die kraft Gesetzes vom Land Kärnten finanziert wird. „Genau deshalb sollen sie auch in die gemeinsame Hochschulplanung einbezogen werden und einen Beitrag zu einem gut abgestimmten Hochschulsystem leisten. Grundsätzlich soll privat heißen, wo auch privat drinnen ist“, appelliert Künsberg-Sarre.