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Bekannter Kärntner Schönheitschirurg legt im eigenen Wald eine Trüffelplantage an

Tagsüber steht Peter Durnig in seiner Ordination für plastische Chirurgie in Klagenfurt. In seiner Freizeit geht er mit seinen beiden Hunden auf Trüffelsuche im eigenen Wald.

© Markus Traussnig
Haben ihre kulinarische Leidenschaft für Trüffel zum „Beruf“ gemacht: Peter und Nikki Durnig mit ihren Hunden Jonny und Alba
Petra Eggerer
Redakteurin Regionalredaktion Klagenfurt

Immer mehr Menschen haben den richtigen Riecher und kommen auf den Trüffel – nicht nur auf dem Teller. Auch in Kärnten wächst das Interesse am Trüffelanbau seit einigen Jahren. Mittlerweile gibt es gleich mehrere Trüffelkulturen und weitere private Initiativen. Auch Mediziner Peter Durnig ist der kulinarischen Leidenschaft verfallen und hat seine eigene Trüffelplantage angelegt.

„Wir waren schon immer schwammerlaffin“, gesteht Ehefrau Nikki, die genau wie die Töchter Ella (20) und die elfjährige Lilia seine Leidenschaft für die Edelknolle teilt. Der Zufall führte das Paar mit Edi Wallisch, der sich als Koch und selbsternannter Schwammerlguru unter anderem auf Trüffeln, Trüffelhunde und deren Ausbildung spezialisiert hat, zusammen. Mit ihm nahmen die Durnigs Labradorrüden Jonny an die Leine und begaben sich auf Trüffelsuche – vorzugsweise in Istrien, da das Sammeln der unterirdischen Pilze in Kärnten verboten ist.

Hunderte Pflanzen aus Frankreich

Damit ging das Trüffelabenteuer für Peter und Nikki Durnig, die es im Jahr 2007 aus dem oberösterreichischen Linz an den Wörthersee zog, so richtig los: Auf einer Waldfläche von knapp einem Hektar, direkt neben ihrem Haus auf der Rauth in Keutschach, mit Blick auf den Pyramidenkogel, verwirklichen die beiden gerade ihren Traum der eigenen Trüffelplantage. „Man benötigt die geeigneten Bäume, wie Buchen, Haselnuss, Eichen und Kiefern, deren Wurzeln mit Trüffelsporen geimpft werden“, plaudert Durnig aus der Schule.

Er selbst hat hierfür 200 geimpfte Pflanzen aus einem speziellen Wald in Frankreich importiert, weitere 200 bereits bestehende Pflanzen selbst geimpft und im empfohlenen Abstand gesetzt. Denn die Kultivierung von Trüffel ist äußerst komplex und erfordert viel Zeit, Geduld und auch das nötige Glück. „Trüffel lassen sich nicht so einfach verpflanzen“, weiß Nikki Durnig, eigentlich Kunsthistorikerin, mittlerweile aus Erfahrung.

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Jonny und Alba sind auf die Suche nach Trüffel konditioniert
Jonny und Alba sind auf die Suche nach Trüffel konditioniert © Markus Traussnig

„Es sieht gut aus“, sagt der Trüffelbauer bei einem Gang durch die Reihen seines Trüffelhains. Wie die Pilze unter der Erde gedeihen, wird er aber erst in ein paar Jahren wissen. Aktuell muss sich der 53-Jährige noch in Geduld üben. Steht er nicht gerade in seiner Praxis für plastische Chirurgie in Klagenfurt, ist er in seinem eigenen Trüffelhain, baut an seinem „Trüffelbüro“ oder übt mit seinen beiden Hunden.

Denn mittlerweile hat sich zu Labrador Jonny Springerspaniel Alba, benannt nach dem weißen Trüffel, dazugesellt. Die Hündin ist mit ihren zweieinhalb Jahren eine wahre Musterschülerin, wenn sie auf Trüffelsuche geht. In einem Umkreis von 20 bis 30 Metern spürt sie jeden Trüffel auf. Nikki Durnig weiß auch, warum: „Bereits die Zitzen ihrer Mutter wurden mit Trüffelöl eingeschmiert. Alba verbindet den Geruch von Trüffeln mit Muttermilch.“ Auch der jüngste tierische Zuwachs, Bengalenkatze Tiger, soll künftig auf die Trüffelsuche konditioniert werden.

Kärntner Trüffel soll salonfähig werden

Um dem Kind auch einen Namen zu geben, gründete Durnig, der im Herbst des Vorjahres den ersten Kärntner Trüffelmarkt ins Leben rief, die „Kärntner Trüffel Manufaktur“. Das von der EU geförderte Projekt soll die Gastronomie und den Tourismus in Kärnten fördern, aber auch die Möglichkeit schaffen, den Kärntner Trüffel salonfähig zu machen – ganz im Sinne der Slow-Food-Philosophie, sprich frisch, saisonal und regional.

Im Haus der Familie Durnig dreht sich alles rund um das „schwarze Gold“, das sie mittlerweile noch zumeist aus Istrien beziehen oder eben dort selbst suchen. Tochter Lilia stellt beispielsweise Honig mit Trüffel her, das Popcorn wird mit selbsthergestelltem Trüffelsalz gewürzt und selbst Frittaten werden mit geriebenem Trüffel verfeinert. Den kulinarischen Kombinationen und Ideen seien in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt. Nur: „Je frischer, desto besser“, heißt die Devise bei Peter und Nikki Durnig, die in Kürze zum „Trüffel-Roulette“ in das Lokal „Zommstehn beim Igor“ in Klagenfurt laden. Dabei stehen die ambitioniertesten Trüffelköche Kärntens an einem Herd und zaubern mit dem besten Trüffel der Saison Gerichte. Mit den Köchen soll in weiterer Folge ein Kochbuch rund um den Trüffel entstehen.