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„Steht auf dem Kopf“: Schutzhütte in Kärnten ist ein Totalschaden

Rund 60 Jahre hat eine Hütte in fast 2100 Höhenmetern Wanderern Schutz bei Unwettern geboten, nun liegt sie auf ihrem Dach. Die große Frage: Wem gehört die Hütte?

Eine Holzhütte steht auf dem Kopf
© KK/Naturfreunde
Die Naturfreunde fanden die desolate Hütte vor

Bei einer Wanderung der Naturfreunde Feldkirchen in den Nockbergen staunten die Teilnehmer nicht schlecht, als sie auf das am Dach liegende Unterstandshüttel bei der Stangscharte trafen. „Offensichtlich scheint die Hütte wegen des morschen Sockels vom Sturm auf das Dach geworfen worden zu sein, wobei man hier auf jeden Fall von einem Totalschaden sprechen muss. Das muss erst in den letzten Tagen oder Wochen passiert sein, denn weder der Biosphärenpark noch der Alpenverein – wobei letzterer ursprünglich für das Hütterl verantwortlich war – wussten nach einem Telefonat heute Montag etwas von dem Umstand, versprachen aber sich darum zu kümmern“, sagt der Obmann der Naturfreunde Robert Graimann.

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Die Hütte steht auf dem Kopf
Die Hütte steht auf dem Kopf © KK/Naturfreunde

Für ihn spielt ein Erlebnis um diese Unterstandshütte eine emotionale Rolle, als Graimann selbst vor rund 40 Jahren ein starkes Unwetter darin überstanden hat. „Wesentlich ist auch, dass dieser Unterstand sich als einzige Schutzmöglichkeit zwischen der Mehrlhütte im salzburgischen Schönfeld und der Turracherhöhe am Höhenweg – und am Pilgerweg ‚Weg des Buches‘ befindet. Daher gibt es viele wichtige Gründe dieses schon fast historische Schutzhütterl wiederzuerrichten, wobei wir uns als Naturfreunde gerne dafür einsetzen und einen Schulterschluss mit dem Alpenverein und dem Biosphärenpark anstreben wollen“, betont Graimann.

Alpenverein prüft Zuständigkeit

Der Alpenverein möchte sich ein Bild der Lage machen. „Ich habe schon mit der zuständigen Sketion gesprochen. Wir schauen uns mit den Wegewarten an, ob es überhaupt unsere Schutzhütte ist und dann werden wir die nötigen Schritte in die Wege leiten“, erklärt Jan Salcher, Geschäftsführer vom Alpenverein des Landesverbands Kärnten. Die Hütte kann in privatem Besitz oder im Besitz der Gemeinde sein. „Oder wir haben vor Jahrzehnten die Hütte erbaut und sie an eine Alpengemeinschaft weitergegeben. Das werden wir jetzt herausfinden.“

© KK/Privat
Jan Salcher, Geschäftsführer des ÖAV Landesverbands Kärnten

Die in die Jahre gekommene Hütte war schon länger desolat. „Sie hat wahrscheinlich nicht mehr so viel Schutz geboten. Ein Notbiwak müssen wir in dieser Region nicht errichten, da es keine langen Wege gibt. Aber wenn wir eine neue Schutzhütte aufstellen müssen, wird das sicher erst im Frühjahr passieren. Die Saison ist schon vorbei und bei einem schneereichen Winter könnten bei einer neuen Hütte wieder sofort Schäden entstehen.“ Finanziert wird ein neuer Schutz dann von der jeweiligen Sektion, ebenso können auf Landes- und Bundesebene Förderungen dazukommen und eventuell kann man auch mit Spenden den Bau finanziell unterstützen.

Biosphärenpark ist für Erhalt

Und auch der Leiter des Biosphärenparks Nockberge, Dietmar Rossmann, muss sich erst genau erkundigen, wem die Hütte gehört. „Wir werden uns das anschauen und die Umstände klären. Welche Schritte dann gesetzt werden, kann ich erst zu einem späteren Zeitpunkt sagen, alles andere wäre unseriös.“ Doch Rossmann ist auch für den Erhalt der Hütte. „Die Schutzhütte ist sehr wichtig und auch wir streben einen Erhalt beziehungsweise eine Erneuerung oder Reparatur an. Aber alles weitere können wir erst sagen, wenn alle Fragen geklärt sind.“

© KK/Nockberge
Dietmar Rossmann, Leiter vom Biosphärenpark Nockberge