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Einbruch bei Wolfsberger Juwelier: Jetzt wird im TV gefahndet

Drei Tage lang hat eine Produktionsfirma für die TV-Sendung „Fahndung Österreich“ in Wolfsberg gedreht. Ausgestrahlung ist am 14. Oktober auf ServusTV.

Zu sehen sind Filmarbeiten, zwei Männer sind vermummt und sollen die Einbrecher darstellen
© Bettina Friedl
Die Einbruchsszenen wurden wiederholt und wiederholt, bis der Regisseur zufrieden war
Bettina Friedl
Teamleiterin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

„Einerseits hat man Gänsehaut, wenn man den Einbruch noch einmal erlebt, und andererseits waren es zwei sehr spannende Tage beziehungsweise Nächte mit dem Team von Mabon Film“, fasst Gerhard Waschier, Junior-Chef vom Juweliergeschäft Waschier am Hohen Platz in Wolfsberg, die Dreharbeiten zusammen. Sein Stiefpapa Karl Pacher wurde ganz weiß und musste sich hinsetzen, als die Szenen gedreht wurden, wie die zwei vermummten Täter mit einem gestohlenen Auto die Eingangstür gerammt haben: „Da stellt’s einem die Haare auf“, so sein knapper Kommentar.

© Bettina Friedl
Regisseur Andy Klein und Produzent Andreas Mannsberger verfolgen den Dreh auf einem Monitor

Im echten Leben hat sich der Blitzeinbruch am 10. Februar 2026 gegen 3 Uhr früh abgespielt, laut Überwachungsvideo haben die Täter in nur 1 Minute und 26 Sekunden Schmuck im Wert von 150.000 bis 200.000 Euro eingepackt. Von ihnen fehlt nach wie vor jede Spur.

Mehr zum Tathergang

Deshalb war ein 18-köpfiges Team von der Produktionsfirma „Mabon Film“ im September drei Tage lang in Wolfsberg, um den Coup nachzustellen. Zwei Tage lang wurde im Geschäft von Juwelier Waschier beziehungsweise in den darüberliegenden Wohnräumlichkeiten gefilmt, am dritten Tag die Szene mit dem Autodiebstahl bei einer Kfz-Werkstätte in St. Andrä. Gedreht wurde der Diebstahl nicht am Originalschauplatz, da der Eigentümer dagegen war.

Ausstrahlung am 14. Oktober

Die Sendung „Fahndung Österreich“ widmet sich am 14. Oktober ab 20.15 Uhr auf ServusTV dem Fall. Die Polizei hofft auf sachdienliche Hinweise. „Fahndung Österreich“ gibt es seit fünf Jahren, wobei bisher über 20 Fälle dank Hinweisen geklärt werden konnten. „Der Einbruch ins Juweliergeschäft wird einer von zwei größeren Fällen in dieser Folge sein und eine Sendezeit von 12 bis 16 Minuten haben“, verrät Produzent Andreas Mannsberger und fügt hinzu: „Es ist sehr aufwendig, aber auch etwas Besonderes, am Originalschauplatz drehen zu dürfen.“ Übrigens: Der ehemalige Skispringer und Olympiasieger Thomas Morgenstern, dessen Hubschrauber Ende September gestohlen worden ist, wird einer der Gäste der Live-Sendung sein. 

Auch Juwelierin Gertraud Waschier hofft auf Hinweise: „Von Jänner bis Ende Juli gab es in Österreich und Deutschland 30 gleichgeartete Diebstähle. Also doppelt so viele, wie im Vorjahr. Es ist offensichtlich eine Bande unterwegs und im Interesse aller, dass die Täter gefasst werden. Deshalb war ich mit dem Dreh einverstanden, normalerweise lasse ich kaum jemanden in unsere Privaträume.“ Gedreht wurde sogar im Schlafzimmer: Wie die Alarmanlage Gertraud Waschier und ihren Partner Karl Pacher um 3 Uhr früh aus dem Schlaf riss und der Uhrmachermeister einen Blumentrog aus dem Fenster im ersten Stock nach den Dieben warf. Getroffen hat er keinen der beiden, sie flüchteten zu Fuß und ließen das gestohlene Auto zurück.

© Bettina Friedl
Ein Teil des Produktionsteams im Schlafzimmer von Familie Waschier. Nachgestellt wird die Szene, als Karl Pacher – beziehungsweise hier ein Schauspieler als sein Double – einen Blumentrog Richtung Täter warf

Erfahrung mit Einbrüchen hat der Familienbetrieb bereits. „Im ehemaligen Geschäft in der Sporergasse wurde zweimal eingebrochen und hier am Hohen Platz nun das dritte Mal. Der vorletzte Versuch ist den Einbrechern nicht gelungen, sie haben die Scheibe nicht durchgebracht“, weiß Karl Pacher, der Uhrmachermeister ist.

Für den Dreh wurden Schauspieler und Komparsen engagiert. Dialektbedingt waren Kärntner die Hauptakteure, um authentisch zu sein. Das Double von Karl Pacher hatte acht Blumentröge zur Verfügung, nach dem dritten „Wurf“ waren die Aufnahmen im Kasten. Öfters gedreht werden musste die Szene, als die Täter mit dem gestohlenen Auto auf das Geschäft zufuhren, wofür der Hohe Platz nachts vorübergehend gesperrt war. Oder das Einschlagen der Vitrinen, für die Scheiben aus Crash-Glas angefertigt und das Schaufenster mit Modeschmuck dekoriert wurden, um keinen Schaden am echten Schmuck zu verursachen. Nach drei Drehtagen reiste die Film-Crew, die beim Moselebauer in Bad St. Leonhard einquartiert war, wieder ab. Der Schnitt des gesamten Materials hat noch eine Woche in Anspruch genommen.

© Privat
Von links: Das Schauspiel-Double mit Uhrmachermeister Karl Pacher sowie Junior-Chef Gerhard Waschier mit seinem Double
© Bettina Friedl
Auch die Rolle der Täter wurde von Schauspielern übernommen, im Hintergrund das „gestohlene“, beziehungsweise für den Dreh gemietete Auto