Filmteam stellt Blitzeinbruch bei Kärntner Juwelier nach
Drei Tage lang hat eine Produktionsfirma für die ServusTV-Sendung „Fahndung Österreich“ in Wolfsberg gedreht.

Bei einem Blitzeinbruch räumten zwei Männer am 10. Februar „Juwelier Waschier“ in Wolfsberg aus. Laut Überwachungsvideo dauerte der Spuk nur eine Minute und 26 Sekunden. Von den Tätern fehlt jede Spur. Die Sendung „Fahndung Österreich“ widmet sich am 14. Oktober ab 20.15 Uhr auf ServusTV dem Fall, die Polizei hofft auf sachdienliche Hinweise.
Um den Coup nachzustellen, hat die Produktionsfirma „Mabon Film“ mit einem 18-köpfigen Team drei Tage lang in Wolfsberg gedreht. „Es ist sehr aufwendig, aber auch etwas Besonderes, am Originalschauplatz drehen zu dürfen. Die Kärntner sind sehr offen dafür, das ist nicht überall so“, erklärt Produzent Andreas Mannsberger. „Fahndung Österreich“ gibt es seit fünf Jahren, wobei bisher über 20 Fälle dank Hinweisen geklärt werden konnten. „Der Einbruch ins Juweliergeschäft wird einer von zwei größeren Fällen in dieser Folge sein und eine Sendezeit von 12 bis 16 Minuten haben“, verrät der Produzent.
Das hofft auch Juwelierin Gertraud Waschier: „Von Jänner bis Ende Juli gab es in Österreich und Deutschland 30 gleichgeartete Diebstähle. Also doppelt so viele, wie im Vorjahr. Es ist offensichtlich eine Bande unterwegs und im Interesse aller, dass die Täter gefasst werden. Deshalb war ich mit dem Dreh einverstanden, normalerweise lasse ich kaum jemanden in unsere Privaträume.“ Gedreht wurde immerhin auch im Schlafzimmer: Wie die Alarmanlage Gertraud Waschier und ihren Partner Karl Pacher um 3 Uhr früh aus dem Schlaf riss und der Uhrmachermeister einen Blumentrog aus dem Fenster im ersten Stock nach den Dieben warf. Getroffen hat er keinen der beiden, sie flüchteten zu Fuß und ließen das gestohlene Auto zurück, mit dem sie die Eingangstür rammten.

Für den Dreh wurden Schauspieler und Komparsen engagiert. Dialektbedingt waren Kärntner die Hauptakteure, um authentisch zu sein. Das Double von Karl Pacher hatte acht Blumentröge zur Verfügung, nach dem dritten „Wurf“ waren die Aufnahmen im Kasten. Öfters gedreht werden musste die Szene, als die Täter mit dem gestohlenen Auto auf das Geschäft zufuhren, wofür der Hohe Platz nachts vorübergehend gesperrt war. Oder das Einschlagen der Vitrinen, für die Scheiben aus Crash-Glas angefertigt und das Schaufenster mit Modeschmuck dekoriert wurden, um keinen Schaden am echten Schmuck zu verursachen.


Nach drei Drehtagen reiste die Filmcrew, die beim Moselebauer einquartiert war, ab. „Für den Schnitt des Materials brauchen wir noch eine Woche“, sagt Mannsberger, der jede Szene mit Regisseur Andy Klein auf einem Monitor verfolgt hat. „Stopp“ und „Abbruch“ waren öfters zu hören – und die Szene wurde wiederholt. „Die Täter haben keine zwei Minuten dafür gebraucht“, scherzte Junior-Chef Gerhard Waschier angesichts mancher Szenen, die immer und immer wieder neu gedreht wurden. „Der Aufwand hinter Dreharbeiten ist irre, jedes kleinste Detail muss passen“, so der Junior-Chef, der den Schaden am inzwischen renovierten Geschäft mit 70.000 Euro beziffert. Und die Beute? „Der gestohlene Schmuck war 150.000 bis 200.000 Euro wert.“
