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Kabarettist Niko Nagl: „Kärntner sind tendenziell fröhlicher“

Zweimal gastiert der Wiener Kabarettist Niko Nagl in Kärnten und stellt sein viertes Soloprogramm „Antiheld“ vor. Er stand bereits über 2000 Mal auf der Bühne.

Ein dunkel gekleideter Mann steht mit einem Mikrofon vor einer Brücke, im Hintergrund kann man den Sonnenuntergang erahnen
© KK/Rea Djurovic
Niko Nagl tourt aktuell durch Österreich und macht am Mittwoch, 14. Oktober, in Villach und am Donnerstag, 15. Oktober, in Klagenfurt Halt
Klaus Steiner
Regionalbüro Villach

Über sich selbst lachen können die Kärntner offenbar besonders gut. Zumindest hat der Wiener Kabarettist Niko Nagl bei seinen bisherigen Auftritten in Kärnten diese Erfahrung gemacht. „Das Publikum war meist urban, smart und interessiert, aber gleichzeitig nicht so übersättigt wie in Wien und hat bei einigen Themen unbeschwerter gelacht“, erzählt er. Bei gewissen Themen sei allerdings Fingerspitzengefühl gefragt.

Nagl, 1990 in Wien geboren, hat Koreawissenschaften studiert und steht seit 2017 auf der Kabarettbühne. Anfangs trat er unter dem Namen „Nikorrekt“ auf, mittlerweile kann er auf über 2000 Auftritte zurückblicken. 2022 gewann er den Klagenfurter Kabarettpreis „Herkules“, 2024 wurde sein Programm „Goldbube“ mit dem Silbernen Stuttgarter Besen ausgezeichnet.

Nun tourt er mit seinem vierten Programm „Antiheld“ durch Österreich. Darin geht es um moralische Grauzonen, die Entscheidung zwischen Ehrlichkeit und Höflichkeit und die Frage, ob Scheitern in einer kaputten Welt nicht längst als Erfolg gelten könnte. Mit spitzer Zunge möchte Nagl die Widersprüche des Alltags auseinandernehmen.

© KK/Rea Djurovic
Nagl stand bereits über 2000 Mal auf der Bühne, 2023 sogar in Seoul auf Koreanisch

Spontanität auf kleineren Bühnen

Das Programm folgt zwar einem festen Gerüst, doch für unerwartete Momente bleibt Platz. „Das Ausmaß der Spontanität hängt meist vom Setting der Show ab“, sagt Nagl. Gerade auf kleinen Bühnen, nahe am Publikum, weicht er gerne vom Geplanten ab. Lampenfieber kennt er nach fast zehn Jahren nur noch selten. Die Anspannung kurz vor dem Auftritt verwandle sich ohnehin in Motivation.

Und wie humorvoll sind die Kärntner? „Meiner Ansicht nach sind Kärntner tendenziell fröhlicher und sonniger. Vielleicht nicht so morbid wie nördlich der Alpen.“ Entscheidend sei, sich beim Scherzen auf Augenhöhe zu begegnen. „Wenns von Herzen kommt, dann darf man einander auch getrost auf die Schaufel nehmen.“

Zu sehen ist „Antiheld“ am Mittwoch, 14. Oktober, um 19.30 Uhr im McMullens in Villach und am Donnerstag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr im McMullens in Klagenfurt.